Reisebericht April 2013

Reisebericht „Im Land des schlafenden Regenbogens“ 14.04. – 03.05.2013

So 14.04.    17.20 h Ankunft in Las Vegas Marion (Berlin). Schon der Flughafen ist beeindruckend und natürlich überall Spielautomaten. Astrid nimmt mich in Empfang und wir fahren zum Super 8 Las Vegas Motel, unser Domizil für die nächsten 3 Tage. Später holen wir Anja aus Münster ab. Die Fahrt vom Flughafen zum Motel am Nachmittag war schon sehr interessant, aber nun der Rückweg im Dunklen war wow! Dieses Lichtermeer, echt verrückt…

Mo 15.04.    Heute stand die erste Wanderung für Anja und mich auf dem Programm. Nach dem Frühstück fuhren wir gegen 10 h zum Red Rock Canyon. Das Thermometer zeigte im Laufe des Tages ca. 25 ° C an. Es war ideal zum Wandern und es stellte sich schnell heraus, dass Astrid, Anja und ich in punkto Schnelligkeit und Kondi so ziemlich auf dem gleichen Level waren. Um 16 h waren wir wieder am Auto. Obwohl wir ein wenig geschafft waren aufgrund der ersten Wanderung und des Jetlags, wollten Anja und ich uns unbedingt noch Las Vegas anschauen und liefen gegen 19 h los. Der Weg zog sich dann doch ganz schön hin und wir waren froh, als wir gegen 22 h wieder im Motel waren und alle Viere von uns strecken konnten.

Di 16.04.    Es hat sich merklich abgekühlt. Auf unserer heutigen Wanderung waren wir heilfroh, dass wir lange Hosen und Softshelljacken anhatten, da zwischendurch sogar Schneegraupel (!) vom Himmel fiel.    Gegen 14.00 h holten wir dann zur Komplettierung unserer Gruppe Monika aus Salzburg vom Flughafen ab. Sie wollte sich nach dem langen Flug im Motel ausruhen und wir fuhren zum Outlet-Center, um ein bißchen zu shoppen. Nach einem gemeinsamen Essen ging auch dieser schöne Tag zu Ende.

Mi 17.04.    Nach unserem Frühstück um 8 h machten wir uns auf den Weg mit dem Ziel William. Ein Zwischenstopp am Hoover Damm zeigte uns ein beeindruckendes Bauwerk. Weiter ging´s nach Kingman auf die alte Route 66. In Seligmann (ausgesprochen: Slegmen) haben wir eine Pause eingelegt und den Souvenirshop erkundet. In Williams angekommen, bezogen wir in dem ältesten Hotel von Arizona, dem Grand Canyon Hotel, unsere Zimmer. Anschließend ging´s zum Steakessen, die hatten auch selbst gebrautes Bier, sehr lecker. Zum Abschluß des Tages besuchten wir eine Billard-Kneipe, wo wir den Tag mit Billard und Bier, bzw. Gingerale ausklingen ließen. Inzwischen war es richtig kalt und als wir am nächsten Tag…

Do 18.04.    …..Als wir ins Auto stiegen, war die Wasserflasche, die wir im Auto gelassen hatten, gefroren. Aufgrund dieser Temperaturen war uns doch etwas mulmig, denn unser Ziel war ja heute Sedona und die Shaman´s Cave, wo wir im Freien übernachten wollten. Aber erst mal fuhren wir nach Sedona, eine hübsche kleine Stadt, in der die Farben der Häuser der Landschaft angepasst wurden. Es war nicht so kalt wie befürchtet. Nach ausgiebiger Besichtigung (es gibt sogar einen Christmas-Shop) und einem Mittagessen, kauften wir uns Lebensmittel und machten uns auf den holprigen Weg zur Höhle.
Wir stellten das Auto ab, sortierten unsere Sachen, die wir brauchten und machten uns auf den ca. 20-minütigen Weg. Bei den letzten Schritten in die Höhle hinein, mussten wir kurz schlucken, aber da wir inzwischen Zutrauen zu unseren Schuhen und vor allem zu Astrid hatten, sind wir ohne Probleme hineingelangt. Wir machten ein Lagerfeuer, unser Gemüse und den Fisch (sehr lecker) und schlüpften anschließend ziemlich schnell in unsere Schlafsäcke, da es jetzt recht kalt wurde.

Fr 19.04.    Das Ergebnis der Nacht: wir hatten alle gute Schlafsäcke. Wir mussten sie zwar bis über den Kopf ziehen und hatten so ziemlich alle Sachen angelassen, aber es war ok. Und ein Erlebnis! Der Sonnenaufgang war wunderschön. Wir machten uns auf den Rückweg und wuschen uns in einem Fluß (brrr…), bevor wir zum Frühstück in einem netten Café in Sedona einkehrten. Nun stand eine Weile Autofahrt auf dem Programm, doch dafür wurden wir bald entschädigt. Es war absolut grandios und fantastisch, denn wir standen am Grand Canyon! Man kennt es ja von Bildern, aber es ist einfach unglaublich, wenn man selbst dort steht. Nun ging´s weiter zum Navajo-Reservat zu unserer Gastfamilie. Wir sind um 19.30 h angekommen und haben den Hogan bezogen, den Ofen angefeuert und sind dann zu Sara zum Essen gegangen.

Sa 20.04.    Nach dem Frühstück unternahmen wir mit Sara´s Bruder Erik und seinem Sohn T.J. einen Reitausflug zum Hawkeye-Arch. Ein herrliches natürliches „Bauwerk“, das wir erklommen haben, während sich die Pferde eine Pause gönnten. Das Wetter war bei ca. 25° C auch wieder viel angenehmer. Anschließend ging es noch ein Stück weiter zum Picknickplatz, wo uns Charlene (Eriks Frau) und die Kinder, bzw. Neffen erwarteten. Dieses weite Land ist echt der Wahnsinn! Ich war die einzige, die keine Ahnung vom Reiten hatte und kann nur empfehlen, evtl. vorher die ein oder andere Stunde zu nehmen. Ich bin zwar nicht runtergefallen, denn Mr. Moonlight war ein echt tolles Pferd, aber das Traben und Galoppieren hat mich ganz schön durchgeschüttelt, da ich es nicht aussitzen konnte. Sonst gingen wir immer im Schritt.
Anja hatte an diesem Tag auch Geburtstag und Didi (eine Tochter von Sara) hat ihr einen Kuchen gebacken, den wir mit großer Freude vertilgt haben.

So 21.04.    Heute haben Erik und Charlene eine traditionelle Schwitzhüttenzeremonie mit uns abgehalten. Erik hat in 4 Durchgängen auf englisch und auf Navajo gesprochen. Es war sehr bewegend. Den Rest des Tages haben wir zum Entspannen genutzt.

Mo 22.04.    Sara begleitete uns heute zu unserer Wanderung zum Biber-Canyon (Cha-Canyon). Es ging erstmal nur bergab. Wir sind 1 1/2 h gehikt, haben ein schönes Picknick gemacht und mussten dann tatsächlich genau da wieder hoch, von wo wir gekommen sind. Keine Seilbahn weit und breit ;-) Am Abend haben wir versucht, unseren Hogan zu reparieren, weil es sehr nach Regen aussah. Naja, hat nicht so viel gebracht, aber geregnet hat´s zum Glück auch nicht.

Di 23.04.    Diesmal hieß unser Ziel Paiute-Canyon, dort stießen wir auf den Newspaperrock, ein Felsen mit vielen prähistorischen Zeichnungen und auf versteinerte Baumstämme. Wieder zurück im Ort, haben wir diesen mit dem Auto und zu Fuß erkundet. Es war immer wieder erstaunlich, welche Farbenpracht und Blüten uns in dieser steinigen Gegend überraschten. Abends hat uns noch Kylie (Enkelkind von Sara) eine Kostprobe ihres Könnens beim Barrel-Reiten gegeben.

Mi 24.04.    9.30 h Aufbruch zum Navajo-Markt in Kayenta. Es gab viele Stände mit teils gebrauchten und teils neuen Gegenständen, die von den Navajos angeboten wurden. Hier waren wir „Weißen“  die Außenseiter. Es herrschte eine freundliche Atmosphäre und war sehr interessant. Von dort fuhren wir weiter zum Monument-Valley. Landschaft und bizarre Felsen, soweit das Auge reicht. Ca. 1 ½ h sind wir dort hindurchgefahren, Astrid hat tatsächlich versucht, John Wayne´s Cowboystiefel hochzuklettern, aber das hat nicht geklappt. …..
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zum Navajo National Monument „Betatakin Canyon, wo wir weit unten in einer riesengrossen Höhle die noch vorhandenen Häuserruinen der Anasazi-Indianer sehen konnten. Wir saßen ja schließlich heute viel im Auto und mussten uns noch ein wenig bewegen. Zurück bei Sara bekamen wir wie immer ein leckeres Abendessen, danach machten wir uns auf den Weg zu unserem Hogan und mußten mal wieder den Ofen anfeuern.

Do 25.04.    Egal, ob es kühl oder warm war, es erwartete uns immer ein strahlend blauer Himmel. Heute führte uns unsere Wanderung bei anfangs ca. 10 °C zum Baldrock-Canyon. Dies war eine schöne Wanderung von ca.  4 h, die mal auf und mal ab führte, das zwischenzeitliche Picknick und Gekraxel in eine Höhle durften natürlich auch nicht fehlen. Es wurde im Laufe des Tages noch  20 ° C. Am Abend wurden schon mal die Gastgeschenke übergeben, denn es näherte sich der Abschied.

Fr 26.04.    Die Wärme blieb und wir machten uns auf, den Navajo Mountain zu besteigen. Eine sehr anspruchsvolle Wanderung, denn sobald man das Auto verlässt geht es nur bergauf. Nach 1.20 h und 1-2 kleineren Verschnaufpausen waren wir gegen 13.30 h an der Quelle (ca. 500 Höhenmeter hatten wir geschafft). Herrlich klares und kaltes Wasser! Wir entschlossen uns, nicht mehr bis zum Gipfel zu gehen und machten uns mit vielen Ah!´s und Oh!s´ auf den Rückweg, denn wann immer die Bäume und Felsen den Blick freigaben, zeigte sich ein wundervoller Ausblick. Wir stiegen wieder ins Auto und machten einen Abstecher zur Lost Mesa, die Überreste einer jahrhundertealten Stadt der Anaszasi-Indianer. Am Abend gab es  traditionelles Navojo Taccos von Sara.

Sa 27.04    Der Abschied von Sara und den Navajos. Es war wirklich ein beeindruckender und unvergesslicher Aufenthalt. Wir fuhren in Richtung Page und kamen um 12 h am Antilope-Canyon an. Dies ist ein schmaler Canyon, in dem man in Windungen immer ein wenig tiefer geht und wo durch die Sonneneinstrahlung auf den roten Sandstein die fantastischsten Farbspiele entstehen. Genial! Von einem Höhepunkt zum nächsten, näherten wir uns dem Horseshoeband. Nichts ahnend geht man eine Ebene entlang und steht auf einmal vor dem Abgrund, an dessen Ende (tieeeeef unten) der Colorado-River seine Schleife dreht. Am Nachmittag kommen wir in Page an, besuchen noch den ein oder anderen Shop und kaufen für unser Abendessen ein. Heute wird gekocht! Anja und ich sind total begeistert von den riesigen Supermärkten hier.

So 28.04.    Dies war eine kurze Nacht (gestern gab´s ein Weinchen und ´nen Bier) und wir mussten bereits kurz nach 6 h aufstehen, da Monika, Anja und ich eine Bootstour auf dem Lake Powell machen wollten. Astrid brachte uns zum Schiff. Monika nahm heldenhaft oben auf dem Deck Platz und blieb auch die ganze Fahrt dort, Anja und mir war es definitiv noch zu frisch., noch dazu mit diesem Fahrtwind. Unser Ziel war die Rainbow-Bridge, ein Heiligtum der Navajos, das wir nach 2 ½ h Bootsfahrt und ca. 20 Min Fußweg erreichten. Wieder mal ein sehr beeindruckendes Bauwerk der Natur. Dann ging es wieder zurück zum Boot und zur Marina, wo wir bereits von Astrid erwartet wurden. Nach einem wohltuendem Kaffee im Motel, zogen wir zum Staudamm los, denn das Thermometer zeigte ca. 30 ° C an und wir wollten uns im Lake Powell abkühlen. Es war herrlich erfrischend. Beim Mexikaner abends ließen wir mit Bier und leckerem Essen den Tag ausklingen.

Mo 29.04.    Mit unserem Ziel Bryce Canyon vor Augen machten wir erst mal Halt am Toatstool im Grand Escalante Staircase. Ein Wandergebiet mit interessanten Gebilden, die aussahen wie steinerne Pilze. Man konnte auch wunderbar darauf herumklettern. Eigentlich sah es aus wie eine Mondlandschaft. Wir fuhren wieder los und ups! der Kofferraum war noch auf und siehe da, einer unserer Schlafsäcke lag ca. 80 m hinter uns auf der Straße. Also schnell ein Sprint zurück! Zum Glück kamen in dem Moment keine Autos.
Gegen 16 h erreichten wir Panguitch, eine nette kleine Stadt im Mormonenstaat Utah.

Di  30.04.    Heute stand der Bryce-Canyon auf dem Programm. Das war einfach nur genial. Eine Wanderung durch eine Landschaft, die aussah, wie riesige Sandkasten-Kleckerburgen, verschiedenfarbig und bizarr. Ein traumhaftes Erlebnis. Am Abend testeten wir die einzige Pizzeria im Ort. Unser Urteil: sehr lecker!

Mi 01.05.    Bye Bye Panguitch, Aufbruch zum Zion Nationalpark. So gegen 12 h sind wir angekommen, haben unser Auto abgestellt und einen der parkeigenen Busse in Richtung Wanderweg zum Observation Point genommen. Dies war eine der anspruchsvolleren Wanderungen, will sagen ziemlich anstrengend, aber trotzdem toll. Der Ausblick entschädigte  für alle Mühen. Wir haben es leider nicht ganz bis zum Observation Point geschafft, da die Zeit doch etwas knapp wurde. Wir waren erst gegen 17.40 h wieder am Auto und fuhren dann nach Hurricane. Da wir redlich geschafft waren, kehrten wir nur noch gegenüber von unserem Motel ins JB´s Soup & Salad & Dessert ein.

Do 02.05.    Es geht zurück nach Las Vegas. Astrid hat uns ein paar Schmankerl versprochen und es ging mit einer kurzen Wanderung am Oak Creek an. Ein stärkender Kaffee und schon ging´s wieder weiter, auf der Interstate 15 durch die Virgin-River-Gorge. Wir fuhren und wanderten noch durch die Muddy Mountains und den Valley of Fire-State-Park. Neben dem Visitor-Center konnten wir noch an einem riesigen blühenden Kaktus einige Kolibris bewundern. Zurück in Las Vegas besuchten wir die Fremont-Street und labten uns in einem Hotel an dem All-you-can-eat-Buffet. Abends um 22.30 h waren es immer noch ca. 24-25 ° C und wir machten uns nach einem kurzen Zwischenstop im Motel auf zur Stratosphere Aussichtsplattform. Dieser Turm ist der Hammer mit seinen Fahrgeschäften in 350 m Höhe. Im Erdgeschoss genehmigten wir uns einen leckeren Cocktail, um unseren letzten Abend gebührend zu feiern und die Reise Revue passieren zu lassen.

EINE RUNDUM GELUNGENE REISE ! Vielen Dank Astrid.

Marion Franz, Berlin

Marion