Reisebericht ’04

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Navajo Mountain und Rainbow Bridge:

Head of Earth and Birth to the Rain

 

Eine Reise in die spirituelle Berg- und Canyonwelt der Navajo-Indianer

Zwei Männer und ich „na wenn das mal gut geht“, dachte ich so bei mir. Rolf, 60 Jahre aus Nürnberg (das wandelnde Lexikon) und Johann, ein charmanter Wiener, kamen am 1.10.2004 am Flughafen in Las Vegas an. Erstes Kennen lernen und Fahrt über den „Strip“ hinunter zum Hotel an der Fremont Street. Beide waren ziemlich müde von der langen Anreise.

New York

Am nächsten Morgen ging es schon früh los. Wie immer, dachte ich, die Tour kenne ich ja schon aus´m Schlaf, werde ich zum Lake Mead über den Hoover Damm fahren, dann weiter über die alte Route 66 Richtung Kingman über Seligman nach Williams. Bis dahin war alles noch nach dem alten Fahrplan.

Aber Rolf und Johann dachten darüber nach, ob sie nicht doch etwas anderes als den Grand Canyon sehen wollten. „Ups“, dachte ich, „den Grand Canyon auslassen, um etwas anderes zu sehen?“, das kommt nicht alle Tage vor. Doch beide hatten den Grand Canyon bereits gesehen. Nun, wir einigten uns schnell. Wir fuhren nach Flagstaff zum vulkanischen Ursprung dieser grandiosen Landschaft, zum „Sunset Crater National Monument.“

Eine Landschaft, von Vulkanen erschaffen und geformt. Riesige Lavamassen haben sich vor ein paar Milliönchen von Jahren hier mal ergossen und die Landschaft schwarz gefärbt. Die Farbe schwarz und dazu die bunt herbstlich geschmückten Bäume ergaben ein wahrhaftig tolles Bild. Rolf und Johann waren sehr unternehmungslustig und so sind wir gleich dort zu einem Aussichtspunkt gewandert und haben die grandiose Aussicht über das Tal und zum San Fransisco Peak genossen.

Weiter ging es Richtung Norden auf der „89“ zum „Wupatki National Monument,“ von Anazasi-Indianern erbauten Häuser und Kivas, eindrucksvolle Bauten. Die Stelle, an der die Anazasi ihre Häuser gebaut hatten, hat mich fasziniert. Blick in ein großes Tal, umrahmt von Bergformationen; Himmel und Erde treffen aufeinander.

Wupatki NM

 

 

 

 

 

 

Schon sitzen wir wieder im komfortablen Jeep und fahren weiter Richtung Norden ins „Indianerland“ nach Tuba City, immer weiter zum Navajo Mountain. Wir kommen gegen 18.00 dort an. Wie immer herzliche Begrüßung, Unterhaltung im Wohnzimmer und dann Einrichten im Hogan. Ruckzuck ist es dunkel. Wir bekommen noch ein Abendmahl und schon liegen wir gg. 20.00 Uhr auf der Matratze.rainbowtrailtour '04

rainbowtrailtour '04Ich schlafe das erste mal in einem Eisenbett, das im Hogan steht. Es quietscht bei jeder Bewegung. Ein paar Gummiseile spanne ich um die einzelnen Stäbe, und da is a Ruha!

 

Am nächsten Tag zeigte ich Rolf und Johann die Gegend. Wir fuhren zum Paiute Canyon und zum Navajo Mountain, jeweils zu den schönsten Aussichtspunkten, dann stiegen wir den Hausberg hoch und genossen den Tag und die Aussichten.

Für die nächsten Tage waren Tageswanderungen geplant:

> Cha Canyon

> Hawkeye Arch (eine andere Steinbrücke, auf die wir sogar hinauf klettern)

> Piute Canyon/Newspaper Rock (großer Stein mit Petroglyphen übersät) und der Lake Powell)

> Schwitzhütte im Fork Canyon (diesmal nur hingewandert, um sie zu zeigen)

> Lost Mesa (Anasazi-Ruinen mit weitem Ausblick)

> Navajo Mountain (Gipfel leider nicht mehr geschafft)

> Und der Höhepunkt: die große Wanderung über 3 Tage zur Rainbow Bridge.

Na volles Programm!

Unsere Tageswanderungen waren auch gleichzeitig das Training für die große Tour, die uns dann am kommenden Samstag bevorstand. Im Cha Canyon konnten wir einen Stein bewundern, der von den Anazasi-Indianern mit bemerkenswerten Mustern „verschönert“ wurde. Die Jeep-Fahrt nach Leo´s Beschreibung, eine Skizze, zum Eingang des Canyons war aufregend;

„Ist das der richtige Weg oder der da drüben….?“ Aber wir haben es dank der Kartenkenntnisse von Johann und meinem Gedächtnis dann doch gefunden.

Wir wanderten den großen und steilen Canyon hinab zum besagten Stein, den wir in der Abendsonne bestaunen konnten.rainbowtrailtour 04

Hawkeye Arch und Newspaper Rock waren wunderschöne Tagestouren. Eine weitere Wanderung ging zum Fork Canyon, wo wir normalerweise unsere Schwitzzeremonie halten und übernachten. Da Leo diesmal wenig Zeit hatte, konnten wir die Schwitzzeremonie nicht dort durchführen. Aber ich wollte, daß Rolf und Johann diese Stelle sehen, weil sie so schön ist. Die Wanderung ohne schweren Rucksack war natürlich viel leichter und so sind wir ziemlich schnell dort angekommen und konnten die Gegend sehr genießen.

Doch Leo lud uns für den nächsten Tag zu einer Schwitzzeremonie in einem „Sweat Hogan” ein, der in der Nähe unseres Hogans steht. Der „Sweat Hogan“, ist eine Schwitzhütte, die im Hoganstil gebaut ist. Im Sweat Hogan wird kein Wasser auf die Steine gegossen, es werden nur heiße Steine nachgelegt. Leo sagte, diese Schwitzhüttenzeremonie sei eine gute Vorbereitung für unsere Wanderung zur Rainbow-Bridge, die 2 Tage später beginnen sollte. Für Johann war es die erste Zeremonie, doch auch für Rolf und für mich war es eine besondere, intensive Erfahrung. Leo nahm die beiden ersten Durchgänge zum Anlaß, über die Mythologie der Navajo Indianer zu erzählen. Wir lauschten andächtig, denn in dem Sweat Hogan ist es absolut dunkel.

Samstag, 5.00 morgens, es ist noch dunkel. Wir stehen auf und machen uns fertig.

5.30 Treffen im Haus, Frühstück, alles einladen und los ging es. Leo und Sara, die Söhne Bob, der Älteste, und Ryan, der Jüngste, waren unsere „Träger“ für die schweren Sachen. Leo fuhr uns an die andere Seite des Berges, der westlichen Seite, dort, wo in den 30er Jahren die „Rainbow Lodge“ von einem Herrn Bernheimer (er hat in den 20ern diese Gegend erkundet) erbaut wurde. Von dort aus wurden Pferdetouren zur Rainbow-Bridge unternommen, bis in die 50er Jahre. Nach einem Brand und durch den Bau des Glen Canyon -Damms wurde es in dieser Gegend wieder ruhig. Der Glen Canyon – Damm staute im Laufe von 16 Jahren den Lake Powell auf. Nun konnte die Rainbow Bridge über den See erreicht werden. Die Mauerreste der Rainbow Lodge sind heute noch zu sehen. Heute sind es nur noch wenige Menschen, die den anstrengenden Pfad über die Lodge wählen.rainbowtrailtour '04

Also hier starteten wir. Es war geplant, daß Bob und Ryan die Kochsachen und das Essen nach unten bringen sollten, damit wir am Abend so richtig was zu futtern hatten. Die beiden Jungs waren ruck-zuck verschwunden. Ein Tempo, davon kann man nur träumen…

Wir brachen auf; und der Sonnenaufgang begleitete uns auf dem Weg. Der Tafelberg zur Linken, Cumming Mesa, war in ein rotes Licht getaucht, bis die Sonne die Mesa voll beschien. Wir wanderten zügig, jeder mit einem Hiking-Rucksack ausgestattet, gefüllt mit Schlafsack, Isomatte, Klamotten, Essen und Trinken, der mit der Zeit sich schon bemerkbar machte. Es ging hoch und runter, steinig, geröllig, dann wieder fest, aber meistens geröllig und teils sehr steinig. Der Sonne sind wir vorweg gelaufen, sie kam uns immer hinterher, bis sie uns gegen 8.30 eingeholt hatte. Es war ein schöner, sonniger Tag.
Auf dem rainbowtrail

Vorbei an Canyons, wie z.B. dem Horse-Canyon, Dom-Canyon, Cliff-Canyon zum ersten Pass, den REDBUD-PASS, der in einem „Tor“, dem Sunset-Pass,

mündete. Was für eine Aussicht! Vor uns liegt der Rainbow-Bridge Canyon auf halber Höhe, um uns herum diese bizarren Steinformationen des Rainbow-

Plateaus, Kayenta- und Navajo-Sandstein wechseln sich in Schichten und Farben ab. Nun ging es bergab, ständig, lange, zum ersten Mal merkte ich meine Beine

und Kniee. Nun verstehe ich was Leo sagte: „ Diese Tour wird eine Prüfung der Kniee sein!“. Na das kann ja heiter werden. Rolf und Johann sind gut drauf, Sara ist auch ganz schön fit, obwohl sie z.Zt. wenig trainiert ist (sie studiert in Tuba City, um nächstes Jahr als Registered Nurse (eine Art Arzt-Assistentin) in der Klinik direkt neben dem Haus zu arbeiten, 3 x die Woche, d.h. 2 mal 4.30 aufstehen, 5.30 losfahren, 8.00 Schule, 1 x 13.00 Schule, und dann noch weiter arbeiten!).

Nach einem relativ langen Abstieg kamen wir an eine Stelle, wo die Jungs das Essen und die Kochutensilien an einem Baum gebunden hatten. (Wir trafen Bob und Ryan auf halber Strecke, als diese schon wieder auf dem Rückmarsch waren).

Alles wurde aufgeteilt und weiter ging es nach kurzer Pause zum Tagesziel: Der Campground am Eingang des Bridge-Canyon. Wir kamen gg. 16.30 an. Hatten Zeit, in Ruhe unsere Schlafplätze zu Recht zu machen. Sara, ich glaubte es kaum, bereitete Fry Bread und Steaks vor, mit gebackenen Kartoffeln und Mais. Wir waren so satt!!!! Gegen 20.00 schliefen wir schon selig in unseren Schlafsäcken. Ab und zu wurde ich wach und sah den Sternenhimmel, die Milchstraße und noch so ein paar bekannte Sternchen…..

Gegen 6.00 morgens: Dicke Augen und schwere Beine; so stieg ich aus dem Schlafsack, die anderen sahen aber auch nicht gerade frisch aus! Am kleinen Bach wusch ich mir erstmal den Sand aus den Augen und tauchte den Kopf in eiskaltes Nass, wie erfrischend!.

Nach dem Frühstück, Kaffee/Tee, Brot mit den Reststeaks, Wurst und ach ja, Leo hatte Geburtstag! Ich hatte ja da eine Kleinigkeit mitgenommen. Eine kleine „Fischkonserve“. Sah wirklich aus wie so eine Fischkonserve, aber!! Es waren Fische aus Vollmilchschokolade in goldenem Papier eingepackt. Leo freute sich auf den „Fisch“, und seine Überraschung war groß, als Vollmilchschokolade dabei herauskam.

Nach der kräftigen Stärkung packten wir unsere Sachen, verstauten alles im Zelt und machten uns auf zum Höhepunkt dieser Wanderung, zur Rainbow-Bridge! Nur ein paar Kilometer, aber wieder über Geröll, steinigen Ab- und Aufstiegen, vorbei an versteinerten „Holy People,“ die auf dem Weg zur Rainbow-Bridge auf halber Strecke zu sehen sind. Es ist zum einen der Navajo-„Yeii`“, zum anderen die Holy People selbst und als drittes „Talking Rock.“ Sie sind die „Wächter“ des Rainbow Trails. „Ya‘at‘eeh“, rief ich jedes Mal, den Navajo-Gruß. Vorbei an einer versteckt liegenden heiligen Quelle sahen wir dann plötzlich zur Linken die Rainbow-Bridge! „Wow, jetzt nur noch am Rand des Canyons entlang, nur noch 10 Minuten und wir stehen vor dieser riesengroße Steinbrücke!“. Es ist eine „Bridge,“ die im Laufe der Erdgeschichte von Wasser geformt wurde, die größte natürliche Brücke der Welt. Und nun standen wir vor ihr. Für die Navajo-Indianer ein heiliger Platz. Sara führte uns bis fast unter der Brücke heran und fing an zu beten. Wir waren berührt, der spirituelle Geist nahm uns gefangen und leitete uns. Wir streuten wie Sara gelben Pollen in den Wind und durchschritten erst dann die Brücke.rainbowtrail '04

„ The good things will come to you, while you walk under this bridge. The bad things will go!“ erklärte uns Sara. Wir durchschritten die Brücke und waren bewegt!

 

Die Rainbow-Bridge. Von Urkräften geschaffen, steht sie da seit Millionen von Jahren, und die Navajo-Indianer sehen in ihr ein heiliges Wesen:

„Der Kopf der Erde, der Navajo Mountain (Naatsis‘áán) und die Rainbow Bridge (Tsé nááts‘íilid na‘nizhoozhí – the Rock Rainbow spans the Canyon) gehören zusammen. Die heiligen Quellen in dieser Region, die eine ist am Navajo Mountain, die andere ganz in der Nähe der Rainbow-Bridge, und weitere Quellen wirken zusammen und vereinigen ihre Segnungen.

Ein Regenbogenwesen, ob er nun in strahlenden Farben zwischen regenschweren Wolken erscheint oder ob er zu Sandstein erstarrt einen Canyon überspannt, gehört zum Nassen und zum Regen. Der Regen wiederum speist alle heiligen Quellen, auch die weniger heiligen, die täglich genutzt werden. 

Auf Opfergaben von wertvollen Steinen (z.B.Türkis), Pollen, heiligen Gebeten und Gesängen hin entstehen noch mehr Regenwolken aus der heiligen Quelle heraus, oben auf dem Navajo Mountain. Das sind junge, weiße Wolken, die in wenigen Stunden zu dunklen Wolken reifen. 

Dunkle Wolken steigen auf und ziehen weiter, um Regen zu bringen; der Regen belebt die ausgetrockneten, sandigen Weiden wieder. Grüne Weiden ernähren die Navajo Pferde, Schafe und das Vieh; und gesunde Herden sind der Lebensunterhalt der Navajo. 

Und so gehören sie alle zusammen, der Navajo Mountain, die Rainbow-Bridge, die Wolken-Wesen, die Navajo und viele Arten von Tierwesen, in einer Welt, die glücklich und schön sein soll. 

Übersetzt aus: „Die Navajo Mountain and Rainbow Bridge – Religion“ von Karl W. Luckert. 

Wir trafen ein Pärchen, ansonsten waren wir dort allein. Kein Rummel, so wie ich es befürchtet hatte. Und der Grund: Das Wasser des Lake Powell hat sich so weit zurückgezogen, dass die Rainbow Bridge auch von der Wasserseite nur noch zu Fuß zu erreichen ist, und zwar ca. über 1.5 Meilen. Und welcher amerikanischer Tourist läuft schon gerne……

Wir genossen diese wunderbare Stelle, machten Fotos: Mit Sara, ohne Sara, mit Leo, ohne Leo, alle zusammen usw. . Und wir hatten Glück, denn die Sonne zeigte sich nur in der Zeit, zu der wir an der Brücke waren. Den ganzen restlichen Tag war der Himmel wolkenverhangen.

Nach diesem unvergesslichen Besuch an der Rainbow-Bridge wurde es Zeit wieder zurück zuwandern. Dann ging es weiter durch diese bizarre Canyonlandschaft, hoch und runter; viele Steine und viel Geröll; wir hatten uns daran gewöhnt, immer weiter. Ab und zu blieben wir stehen und schauten zurück. War die Brücke noch zu sehen? Nein. Aber wir wurden von wunderschönen Felsmotiven immer wieder überrascht. Nicht viele Menschen sind diesen Weg gegangen. Wir genossen es als etwas ganz Besonderes, hier zu sein und diese Landschaft zu sehen.

Vorbei an der OWL Bridge – ein anderer Steinbogen, wenn auch nicht so spektakulär – kommen wir am nächsten Campground an. Das Lagerfeuer knistert, aber auch hier liegen wir schon gg. 20.00 in den Schlafsäcken.

Um 6.00 morgens, es war noch dunkel, entfachte Leo das Feuer, es gab Kaffee, Tee, Brot und diese hervorragende Dauerwurst … gegen 8.00 ging es weiter, heute nur noch ca. 4 Stunden wandern, dann müssten wir den Parkplatz erreicht haben, wo die beiden Jungs für uns den Truck abgestellt hatten. Noch mal ging es durch eine überwältigende Landschaft; der Blick riss sich manchmal nur schwer von einer Felsformationen los. Wir litten zwar nicht unter sengender Hitze, aber hatten auch keinen blauen Himmel und die strahlende Sonne, die wir für gute Aufnahmen hätten gebrauchen können. Aber was soll´s.

Jetzt öffnete sich zum Ende der Tour die Landschaft immer mehr.

Ich wusste, dass irgendwann die Stelle kommen wird, die in den Trail einmündet, den ich kenne. Es ist der Trail, den wir immer zur Schwitzhütte gehen. Und tatsächlich, auf einmal erkannte ich die Stelle und freute mich. Noch mal knapp eine Stunde und es war geschafft: Auf dem Parkplatz stand der Truck für uns bereit und wir machten noch ein Abschlußfoto von uns allen, mit Selbstauslöser.rainbowtrailtour '04

Sara und Leo hatten an diesem Tag noch volles Programm: Sara musste noch für mind. 2 Stunden ins Büro und Leo bis 19.00 noch mal in die Schule.

Kaum glaublich. Sara war sowieso unglaublich, denn sie hatte ihr Prüfungsmaterial für einen Test, der ein paar Tage später sein sollte,mitgenommen. Und immer, wenn wir rasteten, packte sie ihr Lernmaterial aus und fing an zu lernen….

Nun sind wir wieder im Hogan, schon fast alles gepackt, dann eine Maschine voll Wäsche; Besprechung, wie es die nächsten Tage weiter gehen soll – und später liefen wir schnell vor Sonnenuntergang noch einmal auf den Hausberg, um das letzte Mal diese Aussicht zu genießen und Abschied zu nehmen.rainbowtrailtour '04

Am Abend gab es ganz hervorragendes Essen bei Leo und Sara, und der Abschied von Sara, denn sie musste ja am nächsten Tag schon sehr früh das Haus verlassen.

Das Frühstück war wie immer sehr reichlich (typisch amerikanisches Frühstück mit Eiern, Kartoffeln, Pan-Cakes, reichlich Kaffee). Kurzer Abschied von Leo, er musste in die Schule. Mensch, sind diese Leute fleißig. Aber irgendwie müssen sie ja die Ausbildungen von Ryan (Highschool in Kayenta, Didi mittlerweile in Durango/ Colorado im College) finanziert werden.

Deshalb freute es mich, dass ich auch zur Finanzierung betragen konnte.

Und los ging es, Richtung „Betatakin National Monument“, eine weitere prähistorische Stätte derAnazasi-Indianer. Diesmal fuhren wir aber durch den Piute-Canyon zu andern Seite, hoch in Richtung Betatakin. Leo hatte mir den Weg beschrieben (wieder so eine herrliche Skizze…), und so machten wir uns auf einen neuen Weg, den ich zuvor noch nie befahren hatte. Es war nicht so spektakulär. Doch in einer großen Ebene kamen wir plötzlich an riesigen Sanddünen vorüber. Sahen aus wie „Klein-Sahara“.

Nachdem wir Betatakin besucht hatten, fuhren wir weiter nach Kayenta, kauften ein wenig im Supermarkt ein und fuhren dann zum Monument Valley. Hier fuhren wir mit einem Navajo-Guide im offenen Jeep hinunter ins Tal zu allen sehenswerten Punkten. Zum Glück war es nicht so kalt, denn es zog mächtig während der Fahrt.

Bald erreichten wir den Übernachtungsplatz: Zwei große Hogans (weibliche) und ein kleinerer (männlicher) Hogan, den wir auch gleich bezogen. Eine andere Gruppe traf etwas später ein, die bezogen den größeren, weiblichen Hogan. Es gab Navajo-Frybread, Kaffee/Tee/Wasser und zum Abschluss noch eine kleine Tanzvorführung einiger Powwow -Tänzer der Gegend

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Und wieder lagen wir früh in den Schlafsäcken. Der nächste Morgen: Mit dem lauten Ruf “Sunrise!“ weckte uns unser Guide; und nach kurzer Zeit fuhren meine beiden Männer im offenen Jeep (Haare kämmen überflüssig…Winddusche) zum Totem Pole, um dort den Sonnenaufgang mitzuerleben, der allerdings nicht kam: Es war zu bewölkt und Wind kam auf. Schade. Naja, Frühstück am Lagerfeuer, dann einpacken und schon ging es in luftiger Fahrt wieder zurück zum Visitor Center, wo unser Auto geparkt war. Noch ein bisschen rumgucken, etwas kaufen im Touristenshop, zurück zum Büro. Duschen, Zahlen, Tschüß!! sagen.

Nun fuhren wir wieder zurück nach Kayenta zum Flohmarkt. Der Wind wurde allerdings immer stärker, und meine Befürchtung, es könnte wieder „verblasen“ sein, bestätigte sich leider. Also liefen wir nur kurz durch die Reihen, hier und da was anschauen, ich kaufte Navajo Tee und anderen Tee gegen Erkältung. Der Wind war sehr unangenehm und wir fuhren bald weiter zum nächsten Ziel, der Stadt Page. Page, eine sehr junge Stadt, erst 1958 gegründet von den Arbeiter des „Glen Canyon Dammes“, der weiter unten im Tal den Colorado staut, bietet außer einen großen Supermarkt, einem kleinen, aber doch interessanten Einkaufsviertel, eher wenig. Trotzdem bummelten wir drei durch die Straßen und schauten in einige Geschäfte hinein. Johann wollte unbedingt noch seine Dollar loswerden….

Das erste Bier nach 10 Tagen – wow, das schmeckte vielleicht lecker! Der nächste Tag, nach einem langen und tiefen Schlaf, ging es gut erholt nach kurzem Frühstück im Zimmer zum Antilope Canyon, diesem Schlitzcanyon, in dem die Sonnenstrahlen die sandfarbenen, glatt geschliffenen Wände in ein betörendes Rot tauchen. rainbowtrailtour 04

Nach einer Stunde schon fuhren wir weiter. Jetzt ging es nach Nord-Westen in Richtung Kanab-Zion Nationalpark-Hurricane, wo wir unsere vorletzte Nacht verbrachten.

 

 

 

Da wir sehr gut in der Zeit lagen, konnte ich als Überraschung, speziell für Rolf (Rolf wollte alles „erwandern“), eine Wanderung zum „Angels Landing- der Landeplatz der Engel-“ in unseren Zeitplan einbauen.

Der Zion National Park ist bekannt durch einige bizarre und sehenswerte Felsformationen, mit bester Aussicht vom „Angels Landing“. Nachdem einige Fotos auf der Durchfahrt schon verschossen wurden, ging es dann mit einem Shuttle-Bus durch den Zion NP in Richtung Norden. Hier dürfen keine Autos mehr fahren. Es gibt verschiedene Trails, wo der Shuttle-Bus anhält. Wir stiegen an unserem Trail aus und los ging es im Affenzahn ca. 500 Höhenmeter in Serpentinen, dann später über einen Grad zum Gipfel. Oben dann die tolle Aussicht und gefräßige „Chipmunks“, kleine Streifenhörnchen, die es auf Brot und vor allem auf meinen Beutel mit Nüssen abgesehen hatten. Rolf und Johann waren begeistert von dieser Aussicht und Johann fand die Chipmunks ziemlich witzig. Ich auch, bis mir eine in den Finger kniff…

Nun war es an der Zeit, wieder abzusteigen. Diesmal etwas gemütlicher ging es den Weg bergab. Nun merkte ich ganz schön meine Beine. Bevor es dunkel wurde, trafen wir in Hurricane im Hotel ein, kleines Abendbrot mit dieser tollen Dauerwurst…, für jeden 2 Bierschen und schon wieder lagen wir früh in der Kiste!

Der letzte Tag! Aber ich hatte ja noch eine Überraschung parat. Statt die öde Autobahn Richtung Las Vegas zu nehmen, fuhr ich von der Autobahn direkt hinter Hurricane in einen „Wildnispark“, eine kleine Gebirgskette, die sich im Nordwesten Hurricanes erstreckt. Hier gab es noch mal eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Tafelberge und auf die schon herbstlich geschmückte Landschaft.

Ein kleiner Aufstieg und nach ca 30 Minuten gab uns die erstiegene Höhe einen wunderschönen Blick frei. Wir genossen noch einmal diese Atmosphäre von frischer Luft, warmer Sonne, blauem Himmel und großer Weite. Weiter ca. 24 Meilen auf holpriger Straße vorbei an kleinen aber beeindruckenden Canyons zur Mormonenstadt St. George, die wir aber nur streiften. Von dort dann zügig die Autobahn bis Las Vegas.

Ein kleiner Tobsuchtsanfall im Hotel. Das Hotel hatte aus unerfindlichen Gründen das Doppelzimmer storniert, keiner fühlte sich verantwortlich. Ich konnte es nicht fassen. Ich stornierte dann auch mein Zimmer und wir fuhren den Strip entlang auf der Suche nach einem kleinen Motel, das sich schnell fand. Allerdings war das mehr eine „Absteige“ als ein Motel. Aber wir nahmen die Zimmer, die wir bekamen, denn Samstags ist Las Vegas ausgebucht. Wir arrangierten uns. Zu einem Abschlußessen in ein Hotel/Spielcasino in der Fremont Street. Dort aßen wir für 15 Dollar soviel, daß Rolf zum Schluss tatsächlich nichts mehr sagen, geschweige noch mit uns etwas herumspazieren wollte. Johann und ich schauten uns noch die Bildershow in der Fremont Street an. Es spielte eine tolle Band auf einer Bühne, die Leute waren ausgelassen. Die Stimmung war heiter. Schöner Abschied. rainbowtrailtour '04

„Tschüß Las Vegas, Du unmögliche Stadt, the Show must go on“. Naja, ich werde Dich im Frühjahr wieder sehen, mit anderen netten Menschen, die das Land der Navajo Indianer kennen lernen wollen und…auch ein bisschen Glamour von Las Vegas!

Ein herzliches Dankeschön möchte ich an Rolf und Johann richten. Danke, daß Ihr mitgekommen seid und durch Eure Mitreise mir meinen langjährigen Wunsch ermöglicht habt, die Rainbow Bridge zu erwandern. Auch gilt mein besonderer Dank Sara und Leo, die sich immer wieder für uns Zeit genommen hatten und uns an ihrem Leben haben teilhaben lassen.

Walk in beauty
Astrid

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