2 Reiseberichte ’06

Als PDF herunterladen:

ReiseberichtNavajoreiseOkt06

ReiseberichtWandernUSA06

 

It is Not !
The Navajo Reservation is a lonesome place ?
It is Not !
The skies are sunny,  clear blue,  or gray with rain.
Each day is gay –
In Nature´s way.
It is not lonesome place at all.
A Navajo house shabby and small ?
It is Not !
Inside there´s love,
Good laughter,
And Big Talk.
But best –
It´s home
With an open door.
And room for all.
A castle could have no more.

geschrieben von einem Navajo-Schüler 1940, veröffentlicht 1953 in

“The New Trail”, the Phönix Indian School yearbook

 

Navajoreise  Oktober 2006

Wir lagen gemütlich in unseren Schlafsäcken in “unserem” Hogan – dem traditionellem Wohnhaus der Navajos, in dem wir für neun Tage übernachteten. Wir fühlten uns geborgen in diesem igluartigem Lehmbau, schauten durch die Rauchöffnung in den sternenklaren Himmel und hörten von Astrid die Worte, die einst ein Navajoschüler als Aufsatz niederschrieb. Wir – die kleine Reisegruppe, die durch Astrid Bender die Gelegenheit erhielt, einen kleinen Einblick in das Leben der Navajos zu bekommen. Das Leben, das natürlich auch hier so unterschiedliche Geschichten schreibt, wie wir Menschen antrafen, die sie erzählten.

Angefangen von unserer sehr ehrwürdigen Begegnung mit Buck Navajo, dem einzigen noch in der Gegend praktizierenden Medizinmann, der über ein sehr vielfältiges traditionelles Wissen verfügt. Er empfing uns in seinem Hogan und er nahm uns für eine Stunde mit in seine Welt der Zeremonien, der Kräuter und Gesänge.

Wir lernten Rose kennen. Sie flechtet „baskets“, die für die unterschiedlichsten Zeremonien ein fester Bestandteil sind. Sie hat ihre Flechtkunst in all den Jahren so perfektioniert, dass sie ihr eigenes, für sie typisches Muster entwickelt hat. Wir konnten uns zwar nicht auf Englisch mit ihr unterhalten, doch fühlten wir uns durch ihre überaus freundliche Art immer willkommen.

Wir lernten Eric (Sohn von Rose) und Charlene kennen. Eric ermöglichte es uns, für einen wunderschönen Tag die atemberaubende Natur auf dem Rücken der Pferde zu erleben. Charlene, seine Frau, bereitete uns ein wunderbares Picknick und bot uns abends ganz spontan die Gelegenheit zu einem gegenseitigen Austausch über unsere völlig unterschiedlichen Kulturen.

Glenna und ihre Tochter Louise: Die Geschichte ihres Kampfes gegen den übermächtigen Kohlekonzern “Peabody”  für die Erhaltung ihrer Umwelt, machten uns schon Tage vorher neugierig auf die Begegnung mit ihnen, zumal wir uns auch auf ihre Webkunst freuten, die sie über die Grenzen hinweg bekannt machten. Wir wurden nicht enttäuscht und so waren wir tief bewegt, dass zwei so großartige Frauen etwas so großartiges schaffen können.

Und nicht zuletzt Leo, der uns sein Haus ( zum Duschen, Waschen und Kochen ), sein Wissen ( er töpferte mit uns nach traditioneller Art ) und seine Zeit zur Verfügung stellte. Leo ermöglichte Kontakte, zeigte uns Orte, die nur wenige kennen und fügte durch seine Erzählungen alles zusammen.

The skies are sunny… – wie atemberaubend die Natur in Szene gesetzt wird durch einen stahlblauen Himmel, konnten wir jedes Mal aufs Neue bestaunen. Wir konnten uns nicht satt sehen an der roten Sandsteinlandschaft mit ihren roten Canyons – hier und da die Wachholdersträucher neben den Pinienbäumen, die mit den Salbeisträuchern die Landschaft prägen. Neben Grand Canyon und Monument Valley ließ uns auch der Colorado River und zum Abschluss der Zion Nationalpark mit seiner erhabenen Schönheit ganz still werden.

Ein weiteres Ereignis, welches uns tief berührte, war unsere Schwitzhüttenzeremonie, die wir in völliger Einsamkeit an einem ganz besonderen, fast mystischen Ort gemeinsam erleben durften und durch die wir eine Nacht unter ( für manche fast ) freien Himmel verbrachten.

Neben den „bekannten“ Ereignissen hatte Astrid auch immer wieder kleine „Schmankerl“ vorbereitet. Dieses war entweder eine höchst abenteuerliche Fahrt mit dem Jeep oder sie zeigte uns den Newspaper – Rock, auf dem schon vor hunderten von Jahren ( sehr wahrscheinlich ) Geschichten von den Anasazi – Indianern festgehalten wurden. Eine uralte Siedlung, ebenfalls der Anasazi, versteinertes Holz und weitere „Schmankerl“, die aber an dieser Stelle nicht verraten werden, rundeten unsere Reise ab.

Und Las Vegas? Da waren wir uns ziemlich einig: ein toller Ort – da man von Las Vegas aus diese völlig andere, für uns neue und faszinierende Welt erreicht…

A castle could have no more

Cornelia Musil, Krefeld, Oktober 2006

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Reisebericht über die Wanderung USA Juni/Juli 2006

Sierra Nevada Trekkingtour vom 1.-22.6.2006

 „The River of no return“-

der Kern River im Inyo National Park

und seine Zuflüsse – ein Abenteuerbericht

Leitung: Astrid Bender

Teilnehmer:

Susanne Yavor, Roland Fökel, Hartmut Grebe

1.Juni 2006

Wir holen Susanne und Roland abends vom Flughafen in SFO ab und bringen sie in unser Hotel „Travelodge“ an der Marketstreet. Wir gehen bald ins Bett, um morgens frisch für die Fahrt zu sein.

2.Juni

Wir fahren pünktlich um 7.oo Uhr los. Astrid u. Hartmut wußten schon, daß der ursprünglich geplante Tioga-Pass noch vom Winter her gesperrt ist, so daß wir auf den Sonora Pass weiter nördlich ausweichen müssen.

Unsere Strecke wird sein:

San Franzisko, Bay Bridge nach Oakland, Wir wechseln nicht rechtzeitig die Fahrbahn und müssen in Richtung Berkeley weiterfahren. Das gibt Gelegenheit, einen Eindruck von der berühmten Universitätsstadt Berkeley zu bekommen und auf einem schöneren Freeway weiterzufahren.

Zurück zur Strecke SFO, Oakland, durch die Küstenberge hindurch nach Livermoore (mit dem abgeschirmten Kernwaffenlabor) und weiter an dem großen Windmühlenfeld Altamont vorbei (auch berühmt durch das große Rock Festival), quer durch das Central Valley von Kalifornien durch (größtes Zitrus-Obst-und Gemüseanbaugebiet der USA), in die Vorberge (foothills) der Sierra Nevada hinein, über den Sonora Pass hinauf, die andere Seite der Sierra, am ökologisch umkämpften Mono Lake vorbei in das Owens Valley, durch das einzige etwas größere Städtchen des Owens Valley Bishop und weiter über Big Pine, Independence nach Lone Pine, unser Ziel und Ausgangspunkt für der Trekkingtour.

Auf der Fahrt halten wir das erste Mal an einem der vielen Obststände an den Straßen des Central Valley, kaufen dort Obst ein und frühstücken an unserem SUV (Sports Utility Vehicle). Astrid kauft außerdem noch Trockenobst und Nüsse für die Trekkingtour. Die Sierra steigt langsam an, ohne daß man merkt, daß man sich schon nach europäischen Maßstäben bereits im Hochgebirge befindet.

Der Sonara-Paß befindet sich bereits auf Zugspitzhöhe. Dort türmen sich an den Strassenseiten die Schneemassen noch auf.

Auf der anderen Seite der Sierra wird es dann richtig warm. Vor Bishop geht es noch einmal tiefer in das Owens-Tal hinein. Als wir aussteigen, umweht uns der heiße Wüstenwind. Wüstenwind und der sehr niedrige Feuchtigkeitsgehalt der Luft machen die Hitze aber sehr erträglich und geben uns einen Eindruck von der Atmosphäre in diesem Wüstenklima und dem kleinen Wüstenstädtchen, in denen wir uns fragen: Von was leben die Leute eigentlich? Wohl eine Mischung aus begrenzter Viehhaltung auf weiten kargen Flächen und dem Tourismus. In Lone Pine allerdings gibt es größere Viehherden auf sattgrünen Wiesen. Das Wasser kommt von den großen Bergmassiven der Sierra. Der Owenslake allerdings ist schon seit Jahrzehnten ausgetrocknet. Er wie auch alle anderen Seen im Owenstal, außer dem Monolake, der aber sehr stark bedroht ist, sind dem riesengroßen Durst der Großstadt Las Angeles zum Opfer gefallen. LA hat sich frühzeitig die Wasserrechte vom Owenstal gesichert. Der Owenslake ist nur noch eine Salzwüste.

Der frühe Aufbruch in SFO zahlt sich aus, als wir kurz vor 17.00 Uhr nach Lone Pine kommen. Unser Hauptziel war gewesen, vor Einbruch der Dunkelheit am Einstiegspunkt für unsere Tour die Zelte aufbauen zu können. Jetzt haben wir sogar noch Zeit, um einige Erledigungen zu machen (nochmal ein paar Sachen im kleinen Supermarkt einkaufen), sodaß wir am nächsten Tag nicht nochmal nach Lone Pine zurückfahren müssen. Ja, wir können sogar noch in einem Western Restaurant eine große Salatplatte essen, bevor wir auf Frisches dann verzichten müssen. Wir kaufen ein, Hartmut telefoniert und läßt sich im Hotel unsere Reservierungen bestätigen. Uns gelingt es sogar noch kurz vor Büroschluß um 18.01 Uhr die sehr beamtenhaften Leute vom Park Service (Inyo National Park) zur Ausstellung unserer Wilderness Permits zu überreden.

Nach einer langen Serpentinenfahrt kommen wir auf dem Camping-Parkplatz an, der bereits aus 3.000 m liegt. Unsere Absicht ist es, dort den ganzen nächsten Tag zur Höhenakklimatisierung zu nutzen. Wir bauen die Zelte auf, machen noch ein schönes Lagerfeuer unter Beachtung der Regeln für dieses trockenen und unberührte Gebiet und legen uns schlafen.

Hartmut

3.Juni

Ausruhtag!

Wir erholen uns und sortieren später unsere Ausrüstung und Essenvorräte. Später wandern wir ein Stück zum Cottonwood Pass, allerdings liegt noch an einigen Stellen Schnee, sodaß wir den Weg nicht finden, wo es weiter geht. Nach ca 1 Std. wandern wir wieder zurück. Zum Abend gibt es Linsensuppe aus Dosen. Wieder ein kleines Lagerfeuer und schon liegen wir in den Zelten. Es ist 21.00 Uhr.

4.Juni, 1.Trekkingtag

Alles einpacken und um 10 Uhr geht es endlich los. Wir wandern zum Trail Pass, der ca 1 Std. Aufstieg bedeutet, aber nicht so anstrengend ist. Oben am Pass machen wir unsere erste Pause. Dann geht es abwärts Richtung Mulkey Meadow zum Tunnel Meadow, ein großes weites Tal, sehr schöner Abschnitt. Querung des South Fork Kern River, relativ einfach. Danach wandern wir ein kurzes Stück noch am Trail entlang und finden eine schöne Stelle zu campen an einem kleinen Bach. Ankunft ca 16.30 Uhr. Zelte aufstellen, Abendessen (das erste mal gibt es jetzt Tütenfutter…), Feuer machen, Essen bärensicher aufhängen, noch etwas am Lagerfeuer sitzen und schon liegen wir in den Zelten.

5.Juni, 2.Trekkingtag

SCHRECK!!

Hartmut stürzt beim Herunterholen des Seiles, woran das Essen gehangen hat, so unglücklich, daß er nicht mehr weiter kann. Das Seil hat sich mit einem Knoten im Geäst ca 6 Meter oben im Baum verhakt und Hartmut und Roland versuchen, durch kräftiges Ziehen das Seil zu lösen. Mit einem Ruck gibt es dann nach und Hartmut fällt sehr unglücklich mit dem Rücken auf einen dort liegenden toten Baum. Er hat sich wahrscheinlich eine starke Prellung in der Rücken – und Nierengegend zugezogen. Wir warten, ob der Schmerz langsam nachläßt, aber es wird überhaupt nicht besser. Hartmut kann sich kaum rühren.

Wir beschliessen, Hartmut mit Proviant, seinem Zelt, Rucksack, Kocher etc. zurück zulassen und weiter zu wandern. Wir haben zu diesem Zeitpunkt gedacht, daß wir uns mit der weiteren Tour etwas beeilen und 1 Tag früher am Parkplatz ankommen würden. Dann könnten wir den nächsten Tag nutzen, um die restliche Ausrüstung zu holen, die Hartmut evtl. nicht hätte mitnehmen können bei seiner Rückkehr zum Parkplatz, sobald es ihm etwas besser geht. So wären wir im Zeitplan geblieben.

Also, Hartmut will sich erstmal erholen und dann sehen, ob er ohne Ausrüstung wieder zurück gehen kann. Wir machen die Tour weiter wie geplant und wollen den Ruhetag am Whitney Meadow auslassen.

Start 10.00 Uhr

(Hartmut hat über seinen Unfall und die Geschehnisse danach einen Bericht geschrieben, zu lesen nach unserem Bericht).

Wir wandern durch die Tunnel Meadow über Tunnel Station zum Golden Trout Fluß. Der Fluß ist zu stark angeschwollen und wir suchen eine günstige Stelle zum Queren. Roland wadet durch, hüfthoch ist das Wasser an manchen Stellen, und spannt das Seil, welches ich in weiser Voraussicht mitgenommen hatte. So kommen wir mit dem Rucksack (ca 15-17 kg Gewicht) gut rüber. Später müssen wir wieder den Golden Trout Fluß überqueren.

Diesmal gehen wir über einen dicken Baumstamm. Roland spannt wieder das Seil und trägt sogar alle Rucksäcke rüber. Er ist sehr sicher und wir sind froh, daß wir ohne schweren Rucksack rübergehen müssen.

Vorbei an vulkanischen Gesteinsformationen wandern wir nun bis zur Natural Bridge, eine vom Wasser geschaffene steinernen Brücke, Richtung Kern River. Jetzt zieht sich der Trail und wir kommen endlich am Spätnachmittag zum Abstiegspunkt zum Kern River Tal Richtung Soda Spring. Der Abstieg ist sehr beschwerlich, nur Gestein und Geröll und es zieht sich über 1 Stunde hin, es ist super anstrengend. Aber wir werden von tollen Ausblicken belohnt. Endlich unten angekommen, geht es ein Stück durch Buschland-schaft bis zur Brücke, die den Kern River überspannt. Wir verlassen nun den Inyo National Forrest und betreten den Sequoia National Park. Nach ca 15 Min. erreichen wir Soda Springs, welches durch ein Schild gekennzeichnet ist. Hier kommen wir ziemlich kaputt um ca 18.30 Uhr an. Zelte aufbauen, Wasser holen, Feuer machen, Essen zubereiten, in die Zelte, KAPUTT! und leider ein paar Blasen an den Füßen.

6.Juni, 3.Trekkingtag.

Diesen Tag werden wir nicht so schnell vergessen! Nachdem wir los gelaufen sind,  kommen wir zügig am Kern River entlang voran, dem großen wilden Fluß.

EIN BÄR!!!

Ich gehe gerade vorneweg. Susanne, die als erste vorausging, hatte eine Begegnung mit einer Klapperschlange, und wollte nicht mehr als erste laufen. Plötzlich sehe ich ca 15 Meter vor uns einen zimtbraunen Bären, der uns direkt auf dem Trail entgegen kommt. Mein Herz macht einen Satz, ich drehe mich auf dem Absatz um und sage mit gepresster Stimme nur „BÄR!“. Sofortiger Rückzug. Der Bär ist langsam, schnüffelt mal hier und da, während wir uns in einem felsigen Hang verstecken. Die Rucksäcke lassen wir etwas von uns entfernt liegen. Der Bär aber trollt sich langsam an uns vorbei. Ich versuche ein Foto zu machen. WOW! Nach dieser Begegnung sind wir so beeindruckt, daß wir schweigend für längere Zeit unsere Wanderroute fortsetzen. Jeder ist mit dieser Begegnung gedanklich noch lange beschäftigt.

Die Gegend, in der wir wandern, ist sehr abwechlungsreich. Nahe am Fluß ist es sehr grün, fast schon wie ein Urwald dicht, hohe Farnbüsche, hoher Baumbestand und viele umgestürzte Bäume, die oft genug uns zu einer Kletterpartie zwingen, um weiter zu kommen.

Auch führt der Weg an einigen Stellen sehr nahe am Kern River entlang und ist wegen des vielen Wassers dann überflutet oder morastig. Dort müssen wir uns mühsam durch den dichten, dschungelartigen Wald schlagen.

Der Weg ist wegen der vielen mühsamen Querungen und durch den dichten Wald sehr anstrengend. Nach vielen Stunden, es ist schon spät nachmittag, queren wir Funston Creek über eine Brücke. Hier denken wir, es sei die Brücke über den Kern River und freuen uns schon, daß wir schon so weit gekommen sind. Aber es geht noch ein ganzes Stück. Dann endlich, nachdem wir uns unzählige Male wieder durch die Büsche schlagen müssen, kommt die langersehnte Abzweigung „Hot Spring“, 1.8 Miles.

Nach einem kurzem Stück überqueren wir dann auch die Brücke über den Kern River. Nach ca 10 Min. auf dem Trail aber ist wieder überall Wasser, sodaß wir den Trail verlassen müssen und suchen jetzt verzweifelt einen Weg, der weiter führt. Aber es wird immer später, mitlerweile ist es schon 19.30 Uhr, aber wir finden eine gute Stelle, wo wir dann campen.

Begegungen mit einem Bären, einigen Klapperschlangen, einer Kingsnake, einem Großohrhirsch, etlichen goßen und kleinen Eidechsen, einem Rebhuhn, einem wunderschönen bunten Singvogel, ja und dann diese großartige, wilde Schönheit der Natur. Sie lassen alle Anstrengungen vergessen!Super kaputt, es war ein anstrengender Tag, aber dafür aufregend und schön. Astrid

7.Juni, 4.Trekkingtag

Astrid fand gleich am Morgen den gesuchten Trail und die heißersehnten „Hot Springs“ (Eine heiße Quelle kommt direkt vom Berg und fließt durch eine extra für Wanderer gebaute Badewanne in den Fluß. Man braucht nur den Abfluss der Wanne mit einem Stöpsel verschliessen und sie füllt sich mit 40 ° heißes Wasser. Zum Entleeren dann den Stöpsel rausnehmen. Seife ist verboten, logisch.) Große Freude, Roland vergnügte sich im kalten Wasser des Kern River und ich im heißen Wasser der „Hot Springs“, Astrid zog die Schlangen vor, sie machte ein paar Fotos (Vorsicht Wasser-Vipern!), ging aber nicht ins Wasser. Weiter, recht „gemütlich“mit leichter Steigung und wunderschöner Aussicht auf den Kern River und Wasserfällen. Überquerung einiger Creeks und ihrer Nebenläufe und dann nur noch vor der geplanten Rast für die Nacht den Wallace Creek.

SCHOCK!!

Trotz gründlicher Suche nach einer sicheren Überquerung müssen wir am Ende mit einem glatten, astreichen Baumstamm von mittlerer Größe Vorlieb nehmen. Nach einigen riskanten und äußerst gefährlichen Unternehmungen (Roland) gelingt es uns nach ca 2.5 Std. den reißenden Wallace-Creek mit Rucksäcken und Seil, welches Roland und Astrid dann gespannt hatten, zu überqueren. Ohne Rolands sehr gewandten und auch mutigen Einsatz (Roland kroch auf allen vieren über diesen Baumstamm!) wäre eine Überquerung das Wallace Creek kaum möglich gewesen. Als wir alle drüben sind, breche ich in Tränen aus. 5 Minuten später erreichen wir dankbar unseren Campground für die Nacht.

Was für ein Tag!

Susanne

8. Juni, 5.Trekkingtag

Heute morgen sind wir von der Junction Meadow (unser Campground von letzter Nacht) zum John Muir Trail aufgebrochen. Das Wetter war wunderbar und wir kamen gut voran, (Aufstieg ca 1.5 Stunden, mit tollen Aussichten auf das Kern-River Tal und den Kern River), bis zum Wright Creek. Der Wright Creek war vom Schmelzwasser so angeschwollen, daß wir ihn nicht überqueren konnten.

Astrid kletterte noch ca 1 Std. neben dem Creek hinauf auf der Suche nach eine Stelle. Nichts, keine Möglichkeit. „Schweren Herzens“ kehrten wir nach Juncton Meadow zu unserem vorigen Campground zurück und beschlossen den Rückweg am folgenden Tag zu beginnen.

Den Nachmittag nutzten wir nun zum Wäschewaschen und Ausruhen. Ich ging schon um 18.00 zu „Bett“, Roland und Astrid saßen noch bis zum Abend am Feuer. Am nächsten Tag wollten wir mal ausnahmsweise mal um 8.00 Uhr los.

Susanne

(Wir müssen nun die ganze Strecke wieder zurücklaufen. Um den Zeitplan einzuhalten, sind wir jetzt jeden morgen um 6.00 aufgestanden und um 8.00 losgewandert. Anmerkg. Astrid)

(Susanne schreibt für Roland, der nicht so gerne schreibt. Der Deal zwischen den beiden: Susanne schreibt, dafür trägt Roland Susanne´s Rucksack über die Flüsse….Anmerkg. Astrid)

9.Juni, 6.Trekkingtag

Heute morgen sind wir pünktlich um 8.30 Uhr los. Nach bewährter Methode über den „schrecklichen“ Wallace Creek. Alles klappte wunderbar. Der ganze Tag verlief ruhig, wir liefen bis zum Rattlesnake Creek, wo wir einen wunderbaren Platz zum Campen, direkt am Kern River, fanden. Astrid fühlte sich sehr erschöpft (Erkältung) und legte sich früh ins Zelt, Roland und ich saßen noch am Feuer bis der „Fast-Vollmond“ aufging. Wir waren stolz darauf, wie weit wir heute voran gekommen waren.

Susanne

10.Juni, 7.Trekkingtag

Wieder früh los, 9.00 Uhr. Ohne Probleme über alle Creeks und sonstige Wasserläufe. (In der Zwischenzeit sind die Wasserpegel der Zuflüsse etwas gefallen. Anmerkg. Astrid). Durch die Funston Meadow zu Soda Spring und dann hoch (ein endlos langer Aufstieg) zur „Natural Bridge“ und zum „Golden Trout“ Fluß. Wir waren ziemlich geschafft, hatten uns aber vorgenommen, es bis zur „Ranger Station“ kurz vor Tunnel Meadow zu schaffen, was für den nächsten Tag nur noch eine Std. Wanderung zu „Hartmut´s Place“ bedeutet hätte. Kurz vor der Überquerung zwischen „Little Meadow“ und „Groundhog Meadow“ kommen plötzlich 2 ausgewachsene Bären den Hang herunter galoppiert. Ich schreie!

Der erste Bär schaut mich an und er macht kehrt und saust wieder den Hang hoch. In dem Moment sehe ich erst jetzt, daß da noch ein zweiter Bär hinter ihm war. Der hatte es nicht ganz so eilig und Astrid macht noch schnell ein Foto. Komisch, ich hatte nicht mal die Kraft, Angst zu haben, obwohl die Bären uns allen Dreien eindeutig überlegen waren und keine Zeit zur „Flucht“ bestand. Nach dem Durchwaten des „Golden Trout“ schlagen wir dankbar und erschöpft unser Lager an der Ranger Station/Tunnel Meadow auf.

Wir machen Feuer, kochen und beobachten die Sturzflüge sehr großer schwalbenähnlicher Vögel, die Insekten in der Luft fangen. Wir haben wieder viel geleistet an diesem Tag!

Susanne

11.Juni, 8.Trekkingtag

Pünktlich 8.00 Uhr, und dann nach 1 Stunde sehen wir Hartmuts Zelt. Hartmut war nicht in guter Verfassung bei seinem Heimweg und so hatte er außer Wasser und ein bisschen Nahrung alles im Zelt gelassen. Wir haben dann die ganze Ausrüstung von Hartmut auf unsere Rucksäcke verteilt und Astrid hat sich noch Hartmut´s Rucksack auf ihren geschnallt. Ich habe fast eine ganze „Lammsalami“ gefuttert, die Hartmut zurück gelassen hatte. (später wurde mir mächtig schlecht davon). Dann sind wir los. Ich hatte das Gefühl, daß selbst Roland durch das zusätzliche Gewicht an die Grenzen seiner Belastbatkeit gekommen war. Es war ein sehr, sehr beschwerlicher letzter Weg. Beim Aufstieg zum „Cotton Wood Pass“ dachte ich, ich verliere das „Bewußtsein“ vor Anstrengung.

(Susanne rannte nach der „Lammsalami“ los wie eine junges Pferd. Auf dem Pass kam ich nicht mehr mit, ich kam als letzte oben an, auch völlig fertig. Anmerkg. Astrid).

So hatte ich mich noch kein einziges Mal auf der ganzen Tour gefühlt – einfach absolut am Ende. Natürlich, wir schafften es, machten noch einen Umweg (unfreiwillig) bis zum Parkplatz am Horseshoe Meadow. (Es gibt auch einen direkteren Weg, aber leider in der Karte nicht eingezeichnet. Anmerkg. Astrid)

Astrid fand dort eine Nachricht von Hartmut, der dann auch recht bald kam und wir fuhren alle nach Lone Pine runter ins Motel. Es gab viel zu erzählen, aber ich wollte nicht einmal mehr reden, das haben dann die drei anderen gemacht.

Ich finde, wir waren ein gutes Team! Und bewundere Astrid für ihre goße Ausdauer und Zähigkeit und Roland für seine niemals endende Hilfsbereitschaft und Energie.

Susanne

(Das gleiche kann ich auch von Euch sagen  Astrid!!)

Hartmuts Bericht vom 5. bis zum 11.6.06

Erlebnisse in der Sierra Nevada

10.43. Ich liege verletzt, so muß man doch schon sagen, alleine in der Wildnis der Sierra Nevada. Ich habe mich entschlossen, mich heute erst einmal ganz ruhig zu verhalten und meiner Prellung die Möglichkeit zu einer schnelleren Heilung zu geben. Also nicht üben, sondern die größtmögliche Ruhe! Ich habe Zeit! Es ist besser, wenn ich mich erst einmal beruhige und zu mir komme. Dies ist die Gelegenheit, zu mir zurückzufinden.

********************

12.36.

Sonneneintrahlung wird zum Problem.

********************

14.34. Ich habe mich gerade ohne Schmerzen von der Seite auf den Rücken gedreht und schöpfe Hoffnung, daß ich in zwei Tagen wieder so weit funktional bin, daß ich mit Backback zurück hiken kann.

********************

6-6-7

9.44. Zu meinem Schrecken geht es mir heute morgen schlechter statt besser. Ich kann nur unter erheblichen Schmerzen überhaupt irgendeine Bewegung ausführen. Dabei bereitet Stehen und langsames Gehen noch am relativ wenigsten Schmerzen. Ich liege jetzt wieder erschöpft im Zelt, nachdem ich mir Früstück gemacht und Wasser geholt habe. Die Mückenplage ist heute bei etwas gedrücktem Wetter unerträglich geworden, selbst mir unerträglich! Mein ganzer Kopf ist rot verschwollen von Mückenstichen.

Ich habe mich soeben zu Folgendem entschlossen: Ich werde heute den ganzen Tag, und vermehrt noch die Nacht über, Aspirin nehmen, morgen ganz früh, vielleicht 6.00 Uhr, herzhaft frühstücken, mir eine Notration und die Wertsachen zurecht legen und alles andere Gepäck geruchsicher im Zelt verstauen. Dieses Notgepäck werde ich in einer Beckentasche verstauen, die ich aus dem Topteil des Rucksacks improvisieren werde.

Dann werde ich mich zu einem beherzten Tagesmarsch aufmachen, mit dem Ziel, in einem Tag die Zivilisation zu erreichen, d.h. den Parkplatz oberhalb Lone Pine.

Dort werde ich mit unseren Wagen in die Stadt hinunterfahren und ein Zimmer nehmen. Entweder noch am selben Tag, spätestens am anderen Morgen, gehe ich in die dortige Klinik, wahrscheinlich zur Notaufnahme (emergency ward). Auf dem Parkplatz besorge ich mir noch Papier und Stift, um für Astrid und die Gruppe die Notiz zu hinterlassen, daß ich in Lone Pine bin, zum Parkplatz zurückkehren werde und daß die Ausrüstung noch auf unserer Lagerstätte ist. Auf diese Weise kann jemand schon gleich aufbrechen, um die Ausrüstung zu holen, und weiß, daß er alles vorfindet, was er zur Übernachtung und Verpflegung einer Person braucht. Es brauchen nicht 2 Leute zu gehen, und keine Ausrüstung muß zu dieser Aktion mitgenommen werden.

Mit dieser Vorgehensweise möchte ich erreichen, daß ich schon medizinisch versorgt bin und fit für die Fortsetzung unserer Tour, wenn die anderen zurückkommen; daß die Rückholaktion für meine Ausrüstung sofort anlaufen und schnell durchgeführt werden kann und nicht zuletzt, daß ich hier den Mücken entfliehen und mich allgemein mit Ernährung, Hygiene und Gesundheit aufarbeiten kann.

Ob sich mein Aufbruch zurück zur Zivilisation überhaupt durchführen läßt, werde ich wissen, wenn mir mit leichtem Gepäck die Flußüberquerung etwa 200 bis 300 m nördlich von hier gelingt. Dann kann ich ohne größeres Risiko weitermarschieren und in einem Tag den Parkplatz erreichen. Ich werde ohne schweres Gepäck sein und mehr Zeit haben, als wir uns auf dem Weg hierher genommen haben, auf dem wir relativ schnell marschiert sind.

Ich werde nur das Nötigste mitnehmen: Trockennahrung für den Tag, Wertsachen, Arznei, meine Stöcke, Regenjacke, Astrids Taschenmesser als kleine Freude für sie, 2 Wasserflaschen, von denen ich vor der Flußüberquerung nur eine füllen werde, Aspirin, Sonnenbrille. Es wäre gut gewesen, wenn Astrid meine Mini-Signalpistole mit den roten Leuchtkugeln zurückgelassen hätte, aber die habe ich nun nicht. In jedem Fall werde ich die Beine für meine konvertierbare Hose mitnehmen und möglicherweise noch ein langärmeliges Hemd, so daß ich zusammen mit der Regenjacke gegen Kälte notdürftig geschützt bin, sollte ich unterwegs liegen bleiben. Dann müßte ich auf Astrid warten, die in jedem Fall in 1 bis 2 Tagen mir auf demselben Weg entgegen käme.

Alles ein gewisses Risiko und unter der Annahme, daß ich an nicht mehr als unter einer Muskelverkrampfung nach Rückentrauma leide, so daß ich also ruhig so lange marschieren kann, wie es meine Schmerzen zulasen.

Also hier heute noch ruhig verhalten und pflegen und morgen ganz früh Aufbruch aus der Wildnis (wilderness) zurück zu medizinischer Versorgung, totaler technischer Kommunikation, normaler Ernährung, Duschen, Rasieren und frischer Wäsche.

********************

06-6-9, hikeout

Ich habe es gestern geschafft, und zwar so gut, daß ich schon um 14.00 auf dem Horseshoe Meadow Parkplatz war. Dadurch konnte ich noch am selben Tag ein Zimmer in unserem Hotel vorzeitig beziehen, mich selbst hygienisch und erscheinungsmäßig aufarbeiten und dann sogar noch ärztliche Behandlung in der Medical Facility (Outpatient Clinic) dieses kleinen Wüstenstädtchens Lone Pine bekommen, dann auch noch meine Medikamente in der Apotheke abholen, mit denen ich sogleich meine “Kur” begonnen habe.

Doch der Reihe nach. Als es mir nach zwei Tagen Ruhe schlechter ging als zuvor, hatte ich einen Schrecken bekommen und in Erwägung gezogen, daß ich doch eine schwerere Verletzung hatte als die üblichen Muskelverkrampfungen nach einem Rückentrauma ohne nennenswertwerte andere Schäden. Vielleicht mußte ich aus der Wildnis heraus und mich sofort in medizinische Behandlung begeben.

Eine fast ebenso großer Antrieb war für mich, daß ich unter keinen Umständen die Tour von Astrids Reisegruppe in ihrem Geamtablauf in Schwierigkeiten bringen wollte. Einmal wollte ich Astrid nicht noch mehr enttäuschen, zum anderen nicht ein gechäftliches Unternehmen von ihr in Gefahr bringen. Denn wenn Astrid mich im verletztem Zustand zusammen mit meiner Ausrüstung herausholen würde, dann wäre der bis ins Einzelne vorbereitete Tourenplan ins Wanken gekommen und ihre zahlendenTeilnehmer hätten beachtliche Nachteile in Kauf nehmen müssen. Astrid hätte wahrscheinlich sogar beachtliche finanzielle Einbußen hinnehmen und dazu mit einem Verlust des Renommes von 7Meilen, zumindest des der Trekkingtouren rechnen müssen, die ja mit zahlenden Kunden durchgeführt wurde. Um dies unter allen Umständen zu vermeiden, entschloß ich mich, alles auf eine Karte zu setzen und zu versuchen, mich durchzuschlagen, komme was wolle.

Dabei hielt ich eigentlich die Chancen, mich durchschlagen zu können, für ziemlich gering. Ich mußte die Strecke ja in einem Tag schaffen, da ich nicht genügend Asrüstung tragen konnte, um eine Nacht in der Wildnis überstehen zu können, nämlich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Schließlich habe ich mich durch den Gedanken aufgebaut, daß ich beim Gehen möglicherweise einen Bewegungsablauf entwickeln könnte, bei dem meine Schmerzen so erträglich sein könnten, daß ich durchkäme. Als Ausweg habe ich mir vorgenommen, daß ich mich erst einmal bis zur Flußüberquerung durchschlage. Wenn mir diese gelingt und ich danach genügend Zuversicht gewonnen hätte weiter zu marschieren, dann wollte ich den großen Sprung wagen – vergleichbar der Pilotenpraxis, sich auf der Startbahn einen Punkt vorzunehmen, an dem man “committed” ist, d.h. den Start gerade noch abbrechen könnte oder ohne Rüchsicht auf Verluste mit  Vollgas durchhalten müßte. In jedem Fall aber wollte ich mir aber für den Marsch so viel Zeit wie möglich nehmen, um durch die Möglichkeit vieler Pausen meine Chancen zu erhören. Mein Plan war es daher, bei Anbruch der Helligheit um 6.00 Uhr aufbrechen, um 14 h Helligkeit ausnutzen zu können. Da ich komplizierte Verrenkungen machen mußte, um überhaupt frühstücken und packen zu können, wollte ich um 4.00 aufstehen.

Allerdings habe ich den Wecker meiner Armbanduhr nicht gehört und bin um 5.30 Uhr aufgewacht. Trotz einer Temperatur unter dem Gefrierpunkt bin ich mit ungenügender Kleidung sofort aktiv geworden. Mit den komplizierten Bewegungsabläufen, die meine Schmerzen auf einem Minimum hielten, brauchte ich dann bis 8.00 Uhr, um ein solides Frühstück als Grundlage für den Tag zuzubereiten (das Gas im Kocher reichte nur noch für eine Tasse Kaffee), mir eine Notaurüstung für den Tag zusammzustellen, alles andere geruchssicher im Backpack zu verpacken, diesen noch einmal in eine nach Gummi riechenden Plane einzuschlagen und schließlich im Zelt zu verstauen. Entgegen der Vorschriften vergrub ich Abfälle einschließlich Plastikfolien im Wald, um einmal mein Gepäck auf einem absoluten Minimum zu halten, zum anderen, um alles irgenwie Geruchbehaftetes vom Zelt fern zu halten. Den gepackten und in Gummifolie gewickelten Backpack schob ich in das Zelt und verschloß es mit den Reißverschlüssen. Nach einem Rundblick, ob noch irgenetwas nicht im Zelt verstaut war, brach ich mit ersten vorsichtigen Schritten auf.

In der Nacht zuvor war mir vor Augen gestanden, dass ich in einer Situation war, in der eine einzige zusätzliche Gefahr durchaus meinen Tod hätte bedeuten können. Dabei gab es keine Möglichkeit, Hilfe herbeizuholen. Ich hätte von einem Bären angegriffen werden können; ich hätte unsichtbare innere Verletzungen haben und durch sie langsam verbluten und nicht bis zu meiner Rettung durch Astrid ausharren können. Ich hätte aufbrechen, aber die Strecke nicht an einem Tag schaffen und ohne weitere Kleidung nicht die Nacht durchstehen können. Und ich hatte keine Möglichkeit der Kommunikation mit der Außenwelt.

Ich war in einer der Situationen, die in früheren Zeiten üblich waren, wo man beispielsweise in einer abgeschiedenen Situation selbst, ohne Arzt, eine medizinische Einschätzung treffen mußte, um eine den Umständen gemäße beste Entscheidung zu treffen. So hatten ja Astrid und ich, beide zusammen, die Einschätzung getroffen, daß ich keine schwere Verletzung, sondern Muskelkrämpfe nach einem mittelschweren Rückentrauma hatte. Das mußte ja nicht richtig sein. Es mag übertrieben klingen, aber es war schon eine Situation, in dem einem klar wird, daß man immer mal wieder nicht weit vom Tod entfernt ist, eine Situation, die im normalen übertechnisierten Leben mit seinen vermeintlichen Sicherheitsgarantien, verdeckt wird, in der aber klar wird, das jeder nicht genutzte Tag verschwendet und zu wertvoll ist, als daß man sich ihn durch Sorgen oder Belastungen irgendwelcher Art wegnehmen lassen darf. Dazu gehört auf die Nähe zu seinen Liebsten, die man nicht nachholen kann, wenn eines Tages, die immer nahestehende letzte Chance sein sollte. Also lieber: Provideth the Lord not for the lilies in the field and the beasts in the woods?

Obwohl mir das Gelingen meines Unterfangens wenig aussichtsreich erschien, oder gerade deswegen, baute ich mich durch eine Reihe von Annahmen und Vorbereitungen auf: Ich fand den Tag über experimentell Bewegungsabläufe heraus, und übte sie ein, die ich ohne größere Schmerzen durchführen konnte. Ich entwickelte die Vorstellung, dass es auch beim gleichmäßigen Gehen einen Bewegungsablauf geben muß, der sich über längere Zeit durchhalten lassen müßte.

Und so bin ich dann auch auf meinen alten, an sich problematischen, Knieschonungsgeh- und -laufstil verfallen. Ich hatte mir aus dem Top des Backpacks einen Mini-Backback konstruiert. Es stellte sich aber heraus, das ein Gewicht an meinem linken Arm meine Schmerzen sogar linderte, so daß ich schließlich dieses Gewichtsstück den ganzen Tag unter dem linken Arm trug. Schnell kam ich an meinen selbst gesetzten “Point of No Return,” der Flußüberquerung. Erwartungsgemäß war der Schuhwechsel zu Flußsandalen relativ problemlos. Nun stellte es sich heraus, daß wir die eigentliche Furt beim ersten Mal übersehen hatten. Die richtige war harmlos, und der Ausstieg war fast wie eine Badetreppe.

Nachdem ich meine Schuhe wieder gewechselt hatte, war klar, daß ich heute mein Ziel erreichen werde. Ja, meine Rückenschmerzen waren so erträqlich, das ich die schöne Landschaft das erste Mal richtig genießen konnte. Zu meinem großen Erstaunen, war ich schon nach 2 Stunden (jetzt eben ohne Backpack und Ablenkung durch die Gruppe) am Fuße des Trail Pass. Am Fuße des Berges war mir schwindelig. Ich war bisher langsam und stetig, aber ohne Pause marschiert. Also jetzt erst einmal Pause zum Trinken, Essen und Ausruhen. Danach langsame und bedächtige, aber ohne Pause, Überquerung des Passes – und schließlich die krönende Ankunft an unserem Wagen auf dem Parkplatz.

Ich hatte 6 Stunden gebraucht. Bei zügigem Schrittt und ohne Gepäck wären  4 Stunden möglich gewesen.

 

Ich wollte keine Zeit verlieren, um noch heute ein Zimmer und ärztliche Behandlung zu bekommen.

Die sehr nette ältere Ärztin erkundigte sich genau nach unserer Route und den Arrangements zu meiner Rettung. Ich fragte sie, ob sie auch auf Touren in die Wildnis gehe, und sie antwortete, “that’s why I’m here!” Sie war aus San Francisco und hatte das typische weltläufige und breiter-interessierte Gebahren eines Menschen von der Bay Area. Sie verschrieb mir zwar gleich das Medikament, das ich wollte, nämlich 5 mg Valium, wollte aber sinnvollerweise noch meine Nieren überprüfen. Ihr Ergebnis war: Sie sind etwas dehydriert, aber völlig ausgehungert. Ich hatte bei der ganzen Aufregung keinen Hunger verspürt, der mich aber jetzt plötzlich mit Macht überfiel.

Jetzt wurde mir auch klar, warum ich seit meiner Ankunft in Lone Pine stark konfus reagiert hatte. Die Zimmermietung war zu einer langgezogenen Affaire geworden; in der Klinkik hatte ich Schwierigkeiten gehabt, den Fragebogen auszufüllen und sogar meinen Namen auf dem Formular vergessen. Nach der Rückkehr zum Hotel wäre ich nicht mehr in der Lage gewesen, dort meine Wertsachen zu ordnen. So bin unterwegs bei der “Pizza Factory” hängen geblieben. Dort habe ich mir zur Vorsicht trotz rasendem Hunger eine Pizza “Small” bestellt, die aber auch schon eine 4-köpfige Familie aus Bangladesh für eine Woche ernährt hätte. In jedem Fall gab sie mir noch am nächsten Tag eine volle Mittagsmahlzeit ab.

Der nächste geruhsame Tag war sehr angenehm, den ich mit ganz langem Aufräumen, Wäschewaschen und sogar Bügeln verbracht habe. Genossen habe ich auch die Frühstücke vom Kaffee-Shop nebenan, die auch wieder jeweils für die Ernährung eines ganzen Tages reichte – und das ohne die Hashed Potatoes, die ich immer zurücklasse.

Weiterfahrt durch das Indianerland,

ein Kurzbericht von Hartmut:

12 Mo

Weiterfahrt durch Death Valley, über Las Vegas (umfahren) nach Kingman, AR. Auf der Fahrt Power Cafe. Kingman: großartiges Golden Coral Super-Buffet “all you can eat.”

13 Di

Fahrt über Indian Rt. 18 zum Hilltop (vom Trailhead zum Havasu-Canyon abgestiegen mit vollem Gepäck.) Abends am Zeltplatz. Astrid u. Hartmut folgen mit Abstand u. haben Pech, daß die Havasupai-Rangerin schon da war: $ 80- für 2 Nächte! Zeltaufbau im Dunkeln. Überfüllter Zeltplatz (Amerikaner!).

14 Mi

An den Havasu Falls mit der türkisfarbigen Lagine verbracht. Roland weiter über die Mooney Falls hinaus gewandert. Besuch im Dorf, Reservierung eines Pferdes für unsere 4 Backpacks zum Aufstieg.

15 Do

ca. 7.00 abmarschbereit u. Abgabe der Backpacks im üblichen indianischen Chaos. Aufstieg zum Plateau (ca. 4 h). Über Grand Canyon Caverns nach Williams. Akzeptables Buffet. Western High Life in der Stadt. Auch Rock u. Biker-Treffen, Bars, Bier.

16 Fr

Nach Norden zum Grand Canyon. Großes Staunen bei Susanne. Die anderen hatten den Grand Canyon schon gesehen. Weiterfahrt zum Navajo-Reservat. Picknick-Stopp am Rande des Little Colorado River. Über Tuba City zu Leo’s Haus. Tochter von Glenna hatte Astrid gesagt: Feuer am Navajo-Mountain. Wir kommen durch bis zum Cottonwood Tree im Ort Navajo Mountain, als ein Polizeiwagen mit Sirene uns zum Stoppen auffordert. Wir fahren schnell bei Leo hinein u. der Polizist läßt von uns ab. Leo ist als Chef der großen Löschaktion (so sagt er) voll eingespannt. Astrid verabredet, daß wir den Hogan und sein Bad im Haus benutzen können. Ansonsten planen wir selbständige Unternehmungen. Sara auch eingespannt als Chefin des Emergency Response Team (ev. Evakuierung).

17 Sa

Ausflug zum Newspaper Rock als Überraschung für Susanne u. Roland. Geplante Fahrt / Wanderung zum Hawk Eye Arch wegen Feuer nicht erlaubt. Wir schlagen uns durch Dickicht, Geröll u. unwegsames Gelände zum Ausläufer des Lake Powell in den Paiute Canyon hinein durch, finden aber nur schmutziges Wasser. Trotz prekärer Feuerlage kommen Leo u. Sara zu uns zurück in einer großartigen Geste der Gastfreundschaft, um uns zu sehen u. zu arrangieren, daß ihre 3 Töchter uns Navajo Taco zubereiten. Während der Zubereiterung Fahrt und Aufstieg zur Lost Mesa mit Anasasi-Ruinen.

18 So

Abschied u. Fahrt Richtung Kayenta. Abstecher auf die Black Mesa zur Glenna Begay, Teppichweberin. Dort im Oktober bestellte Teppiche (von 2 früheren Tn.) abgeholt. Weiter zum Navajo Monument gegenüber Black Mesa. Durch Kayenta (Snack in Basha’s Supermarkt) zu Vergil Bedoni in das Monument Valley. Vergil trotz Vorankündigung unvorbereitet. Improvisiert: Jeep-Fahrt mit Vergils Vetter Steven durch das M.V. Keine Übernachtung vorbereitet. Zeltaufbau im Dunkeln auf Stevens Gelände. Lagerfeuer, Essen aus Tüten.

19 Mo

Wegen langer Wegstrecke aufstehen um 6 Uhr. Aufbruch 7 Uhr. Mexican Hat, St.Juan River, Überquerung Colorado, Escalante Staircase, Bryce Canyon am Spätnachmittag. Motel Panguich. Zurück zu Bryce Canyon zu gutem Buffet-Dinner.

20 Di

Hartmuts rechtes Knie schmerzt und schwillt an ohne erkennbares Trauma oder Überlastung. Fahrt zu Zion N.P. Aufstieg zu Angels Landing ohne Hartmut. Sein Knie verschlimmert sich beim Versuch, es durch Bewegung wieder flott zu machen (nach tagelanger Autofahrt). Von jetzt ab bei Hartmut Knieschonung. Übernachtung Hurricane. Kleines Buffet bei JVs.

21 Mi

Nach Las Vegas. Abstecher St.George und Besuch des aufwendgen Mormonen-Info-Center an der Mormonenkirche. (Hintergründe zu einem bekannten Massaker an Siedlern in der Nähe von St. George siehe Ende dieses Berichts.)

Mittags Ankunft Las Vegas. Sus. u. Rol. gleich ins Sightseeing-Gewühle. Treffen 19 Uhr auf der Fremont Street zu einem Super-Buffet (Flamingo-Hotel). Anschließend die Fremont Street – Schau unter einem Baldachin über die Starße von schätzensweise einer ;Million Leuchtelementen. Wir bestellen noch für Sus. U. Rol. eine Flughafenlimousine, denn die beiden wollen am Morgen zu nachtschlafender Stunde zuückfliegen. Damit ist der offizielle Teil der Reise beendet, der kommerzielle als 7MEILEN-Tour.

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Die Mormonen

und das Massaker am Meadow Mountain bei St. George

Gründung der Mormonen-Kirche

Im Jahre 1821, im Staate New York, hatte Joseph Smith eine Erscheinung. Ihm sei ein Boote Gottes mit Namen Moroni erschienen, von dem er Schriftplatten erhalten habe, die Texte in einer Sprache enthielten, die eine Mischung aus Assyrisch, Hebräisch und einer dritten antiken Sprache gewesen sei, dazu weitere Platten mit einem Wörterbuch für diese Sprachen. Schmidt sagte, er sei von Gott beauftragt worden, diese Texte zu übersetzen, worauf Gottes Bote alle Platten wieder mitgenommen habe.

Diese Texte bilden die Grundlage des Book of Mormon. Im Jahre 1830 veröffentlichte Schmidt die Texte und organisierte die Church of Jesus Christ of the Latter Day Saints, die Mormonenkirche.

Die Geschichte Amerikas laut Mormonen-Kirche

Nach den Mormonen ist das Book of Mormon eine Weiterführung der Bibel und erzählt die Geschichte der Völker Amerikas, die sich angeblich von einem verlorenen Stamm der Kinder Israel ableiteten, der es schließlich bis zur Beringstraße geschafft und diese überquert habe. Zu diesen Völkern gehörten die Indianer, die zusammen mit den Erleuchteten unter den Weißen die

“Gentiles” richten, d.h. töten sollten (“Gentiles” ist normalerweise ein jüdischer Ausdruck für Nicht-Juden).

Darin kommt bereits die fundamentalistische, feindselige Haltung der Mormonen zum Ausdruck, mit der sie sich frühzeitig von ihrer Umgebung absetzten. Auf ihrer ersten Flucht zogen sie nach Missouri. Auch dort, und nun verstärkt durch ihre Vielehe (“heiliges Sakrament”), wurden sie angefeindet, und zwar so stark, daß der damalige Gouverneur von Missouri die Bevölkerung zu ihrer Ausmerzung aufrief.

Die Flucht

Die Mormonen flohen weiter nach Illinois und gründeten die Stadt Nauvoo, die schnell zu ansehnlicher Größe wuchs. Doch auch von dort mußten sie schließlich fliehen. Im Jahre 1844 fiel dort noch ihr Anführer Joseph Smith einem Attentat zum Opfer. Sein Nachfolger wurde Brigham Young, der von den Mormonen als Prophet angesehen wurde. Unter seiner Führung zogen die Mormonen in einem langen Trek nach Westen.

Als sie über die Bergkette vor dem heutigen Salt Lake City kamen, streckte Young seine Hand aus und erklärte feierlich: “This is the place.” Daselbst steht heute das “This is the Place” – Denkmal.

Der Staat im Staat

Die Mormonen bauten auf dem Gebiet des heutigen Staates Utah ein Gemeinwesen auf, das im Grunde ein Staat im Staate war. Mit der Zeit enstanden immer größere Spannungen zwischen Mormonen und Bundesregierung, der Regierung der Vereinigten Staaten.

Die Mormonen schufen sich eine autoritäre Kirchenhierarchie, an deren Spitze auch heute noch 12 Apostel stehen, die nach ihrer Auslegung der Bibel die auf Geheiß von Christus immer wieder zu erneuernde Nachfolge der ursprünglichen 12 Aposteln seien.

Brigham Young stand an der Spitze der Kirche als Prophet, Apostel, Seher und Offenbarer, gemäß dem Mormonen-Glauben, daß auch heute noch die in der Bibel beschriebenen Offenbarungen Gottes durch Propheten fortgesetzt würden.

Ein Ausspruch Youngs war: “I live above the Law and so does this people.” Vorkommnisse wie die Befreiung von Indianern aus dem Gefängnis verschärften die Situation, nachdem die Indianer von den Bundesbehörden wegen Mordes verurteilt worden waren.

Das Massaker am Meadow Mountain

So hatten die Mormonen auch eine feindselige Haltung gegenüber Siedlern, die ihr Gebiet auf dem Weg nach Kalifornien durchquerten. Im Jahre 1857 kam eine Gruppe von etwa 200 Siedlern auf dem Weg von Arkansas nach Kalifornien durch das Gebiet der Mormonen. Wahrscheinlich war von Brigham Young Anweisung erteilt worden, die Siedler anzugreifen (falls sie sich aufmüpfig erweisen sollten?).

Feindseligkeit der ansäsigen Mormonen und Unterstützung durch die Kirchenleitung führten schließlich zu einer Atmosphäre, in der die Mormonen eine eigene Truppe aufstellten, Paiute-lndianer zu ihrer Unterstützung rekrutierten und die Siedler angriffen. Vorher hatten sich eine Anzahl der Mormonen mit indianischer Kriegsbemalung getarnt, so daß nie geklärt werden konnte, aus wievielen Indianern und wievielen Mormonen sich diese Truppe zusammensetzte.

Es bestand von vorneherein die Absicht, die Siedler zu töten. Nach Ansicht der Mormonen sind aber Kinder unter 8 Jahren unschuldig. Daher sollten diese gerettet werden. Die allgemeine Mordorgie resultierte in dem “Massacre of Meadow Mountain” im Südwesten des heutigen Staates Utah, in der Nähe der kleinen Stadt St. George. Bis heute hat die Mormonenkirche eine aktive Vertuschung der Vorgänge betrieben.

Historiker haben zum Teil bei den Erinnerungen der damals 6-8jährigen Kinder angesetzt, die scließlich von den Mormonen zur Rückführung nach Arkansas freigegeben worden waren.

Kontrovers bis heute

Bis heute umgibt das traumatische Ereignis eine Atmosphäre der Kontroverse. Historiker weisen auf die Verstrickung Brigham Youngs hin. Die Kirche besteht auf der Unschuld Youngs. Die Ereignisse waren in Gang gesetzt worden, als Brigham Young einen George Smith, einen der Mormonen-Apostel, zu den ortsansässigen Mormonen mit einem Brief schickte, der Befehle enthielt, die sich auf die Siedler bezogen. Dieser Brief ist verloren gegangen, obwohl die Mormonenkirche für ihre mit äußerster Akribie geführten Archive berühmt ist.

Die Kirche hat die Angelegenheit entsorgt, indem sie die Schuld am Massaker auf die Indianer und einen der Anführer der Mormonen schob, nämlich auf John D. Lee, einem ortsansässigen Mormonenführer und Stiefsohn Brigham Youngs. Dieser wurde geopfert. Er wurde verurteilt und durch Erschießen hingerichtet.

Die Mormonen mußten sich schon deswegen als Indianer verkleiden, weil die wirklichen Paiute, die anfangs mitgemacht hatten, bald den Sinn des Massakers nicht mehr einsehen wollten und sich zurückzogen, als die versprochenen Gewehre und Rinder ausblieben. Young hatte sogar die Stirn, der Bundesregierung eine Rechnung für die Habseligkeiten zu stellen, die den Siedlern angeblich von den Indianern weggenommen worden seien, in Wirklichkeit aber an die Indianer als Beute verteilt worden waren.

Politisches Geschick der Mormonen

Dir Mormonenkirche ist politisch geschickt und schätzt ihre jeweilige Situation realistisch ein. Sie hat daher schon Ende des 19. Jahrhunderts die Vielehe offiziell abgeschafft – nach “göttlicher Offenbarung.” Es wird aber vermutet, daß es in abgelegenen Gebieten noch eine beträchtliche Zahl von Vielehen bei Anhängern der “reinen Lehre” gibt. Es kommen auch noch Ereignisse vor wie beispielsweise eine Fernsehsendung, in der eine Frau aus einer Vielehe berichtet, wie harmonisch eine solche sei, und daß es nur in einer Vielehe eine solche Harmonie geben könne. Allerdings spricht anektodisches Material eine andere Sprache.

Aus dem Siedlungsgebiet der Mormonen um Salt Lake City herum ist der US-Bundesstaat Utah hervorgegangen, der immer noch mehrheitlich von Mormonen bewohnt und von diesen regiert wird.

Das Denkmal für das Massaker bei St. George, Utah

Das erwähnte Massaker war Anlaß zu einer reichen Mythenbildung über mormonische Blutrünstigkeit. Am Ort des Massakers befindet sich heute ein Denkmal für die Opfer. Selbst noch 1999, als das Denkmal restauriert werden sollte, setzte ein umfangreicher Fund von menschlichen Knochen eine skandalöse Affaire in Gang, bei der es um diese Überreste ging. Die Mormonenkirche gewann schließlich den anschließenden Prozess, den sie mit dem Ziel der sofortigen Wiederbeerdigung der Knochen geführt hatte. Die Wiederbeerdigung sollte stattfinden, bevor eine forensische Untersuchung durchgeführt werden konnte.

Allerdings waren die Knochen in der Zwischenzeit doch forensisch untersucht worden, mit dem Ergebnis, daß die Opfer durch Schüsse aus nächster Nähe umgekommen waren, und nicht durch indianische Waffen.

PDF ReiseberichtWandernUSA06

=> Nach oben