3 Reiseberichte ’11

2011 wurden 3 Reisen in das Land der Navajo durchgeführt, und…für alle 3 Reisen wurde ein Reisebericht geschrieben!!

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ReiseberichtNavajoReiseMai2011

ReiseberichtNavajoReiseSept.11

ReiseberichtNavajoReiseOkt.11

 

Erster Reisebericht „Auf dem Regenbogenpfad“, Mai 2011

Erschöpft vom langen Flug, aber glücklich, endlich angekommen zu sein, landeten Uschi (Stuttgart) und Gerlinde (Erfurt) am Dienstag, dem 26. April gegen 21 Uhr Ortszeit in Las Vegas, wo uns Astrid abholte und ins Motel „Rodeway Inn“ brachte. Am nächsten Morgen lernten wir den Rest unserer Reisegruppe kennen: Hetty aus Köln und Michael aus Amstetten in Österreich. Nach dem Frühstück brachen wir zu unserer ersten Wanderung auf, zum Red Rock Canyon, ein Gebirgszug etwa 40 km von Las Vegas entfernt. Eine erste „Prüfung“ für Hetty und Gerlinde (die anderen drei hatten ähnliche Wanderreisen schon gemacht und waren somit „Alte Hasen“). Wir wanderten einen Rundweg und ließen uns gleich gefangen nehmen  von der Schönheit dieser Landschaft, von der Vegetation (besonders Gerlinde, die mit großer Begeisterung bekannte und unbekannte Pflanzen begrüßte.

Wir begegneten Eidechsen, Chipmunks (Streifenhörnchen) und einer Schildkröte und waren guter Dinge. Astrids Rezept „Wandern gegen den Jetlag“ funktionierte bestens!

Abendbrot nahmen wir in einem riesigen Bio-Supermarkt ein – Las Vegas mal ganz anders. Am nächsten Morgen Abschied von Las Vegas, kurze Pause am Hoover-Staudamm, Mittagspause in Rose`s Cafe und weiter ging`s auf der legendären Route 66 mit Zwischenstopp in Seligman und schließlich gegen Abend Ankunft in Williams. Einen ganzen Tag im Auto – das war schon sehr anstrengend – aber es gab ja viel zu gucken und immer mal `ne Verschnaufpause – zum Beine vertreten, Fotografieren, Pflanzen entdecken… In Williams übernachteten wir in einem wunderschönen, altmodisch-plüschigen kleinem Hotel, dem Grand Canyon Motel, von dem wir alle begeistert waren – das war ein Haus mit Charakter! Abends machten wir noch einen kleinen Stadtbummel mit ersten Einkäufen (Hetty kaufte einen Original-Cowboy-Hut) und ließen den Tag ausklingen in einem Billard-Cafe` mit Jukebox, amerikanischem Bier und (zu viel) Wein für Gerlinde.

Am nächsten Tag (Freitag, 29. April) hatten die Frühaufsteher der Gruppe (Hetty, Uschi und Gerlinde) zunächst noch einen Fototermin vor einer nachgebauten Westernkulisse und dann fuhren wir weiter zum Grand Canyon. Ja, es war grandios! Obwohl man ja Bilder kennt aus dem Fernsehen und Büchern, ist die unmittelbare Begegnung doch noch beeindruckender. Wir standen mucksmäuschenstill und staunten angesichts dieser Dimensionen. Wir begaben uns noch auf eine kurze Wanderung zu einem anderen Aussichtspunkt ohne den ganzen Touristenrummel, jeder suchte sich seinen Platz zum Schauen (für Michael, der ja im Gebirge zu Hause ist, war das eine Felskante direkt an einem Abgrund, was wir „Flachländer“ ehrfurchtsvoll und vorsichtshalber von weiter weg beobachteten).

Es folgte eine lange Autofahrt, unterbrochen von zwei kurzen Pausen: Zum einen an einem kleinen Canyon (Little Colorado Schlucht), zu dem ein „Naturlehrpfad“ hinführte, dort wurden einheimische Wildpflanzen vorgestellt in Englisch und Navajo – sehr interessant! Zum anderen an einer Tankstelle, wo wir noch mal kurz was zum Trinken kauften und wo wir zum ersten Mal nur von Indianern umgeben waren – wir waren in der Navajo Stadt Tuba-City,  Navajoland und angrenzenden Hopi-Gebiet.

Weiter ging`s nun immer Richtung „Navajo Mountain“, einer der 4 heiligen Berge des Navajo-Volkes, an dessen Fuß das Dorf Rainbow City liegt – unser Ziel für die nächsten 12 Tage. Wir kamen gegen 16.30 Uhr an und lernten zunächst Rose kennen sowie zwei ihrer Söhne, die es netterweise übernahmen, den Ofen im Hogan anzuheizen, denn es sollte kalt werden. Das wurde es auch und wir verschwanden schnell in unseren Schlafsäcken und ließen die vielen neuen Eindrücke auf uns wirken.

Der nächste Tag begann mit strahlendem Sonnenschein – und einer Temperatur von 7 Grad Celsius – brrr. Geplant war ein Ausritt zum Hawk-Eye-Arch. Ab nun galt aber „indian time“ – das heißt, es dauerte ein bißchen, bis es los ging. Wir vertrieben uns die Zeit damit, Danny (Eriks Cousin) dabei zuzuschauen, wie er ein Pferd zuritt- das war faszinierend! Danny begleitete uns dann auch auf unserer Reittour, zusammen mit Erik und am Ziel erwartete uns Charlene, Eriks Frau, mit einem Picknick. Frisch gestärkt ging`s dann zu Fuß weiter, nur ein kurzes Stück, schon nach einer Viertelstunde erreichten wir die Habichtsaugen–Brücke (hawkey-arch). Was für ein Bauwerk der Natur! Und oben ein weiter Ausblick ins Land der Navajo – in der Nähe der Navajo Mountain, weiter weg die Henry-Mountains, felsige Landschaft, Höhlen, roter Sandstein, Wacholder, Pappeln, kleine Büsche, Salbei… Walk in beauty, wandle in Schönheit – ein Teil der Navajo-Sicht der Dinge – das konnten wir hier wahrnehmen.

Und noch ein Stückchen Navajo-Philosophie bekam Gerlinde erteilt, als sie Erik nach den Wetteraussichten fragte: „I don`t know. Enjoy your day!“ Ja, wir haben den Tag sehr genossen!

Die Kälte hielt auch am nächsten Tag an (Sonntag, 1. Mai) an, so daß die geplante Schwitzhüttenzeremonie ausfallen mußte, statt dessen gingen wir in der Umgebung ein bißchen wandern. Zunächst am Paiute-Canyon und dann zu einem Platz, an dem ein Felsen stand, der News Paper Rock, der über und über mit prähistorischen Zeichnungen versehen war. Anders als der bekannte gleichlautende „ News-Paper-Rock“ in Arizona, ist es hier nicht touristisch erschlossen und deshalb waren wir ganz allein und konnten alles in Ruhe auf uns wirken lassen. Über einen Abhang mit Geröll und großen Steinen, wo wir immer wieder Stücke der versteinerten Baumstämme fanden, kletterten und liefen wir zurück.

Am Montag brachen wir auf zu eine etwas steilere und anstrengendere Tour- den Aufstieg auf den Navajo Mountain – auf einen uralten Indianerpfad. Der Gipfel liegt bei 3116 Metern. Tiya, eine von Sarahs Töchtern, und ihr Freund Gunnar, brachten uns zum Eingang des Wanderweg. Leider erreichten wir den Gipfel nicht ganz, wir waren zu spät aufgebrochen, aber Uschi, Michael und Astrid waren schon mal oben gewesen, Gerlinde war mit allem, was sie zu erleben und zu sehen bekam, vollauf beschäftigt und zufrieden. Hetty war „daheim“ in Rainbow-City geblieben, um mal für sich zu sein- es war also alles richtig, so wie es war. Auf dem Heimweg entdeckte Gerlinde noch lila Lupinen im Wüstensand- was für eine Entdeckung! – oder hätte jemand mit Lupinen in der Halbwüste gerechnet? Als Dank für dieses Erlebnis hinterließ sie ein Stück „Land-Art“ – ein Bild aus runden, verschieden-farbigen Steinchen. Wer weiß, vielleicht findet mal jemand aus einer zukünftigen Reisegruppe dieses Bild?

Am Mittwoch, dem 4. Mai, stand wieder eine längere Autofahrt an, zunächst ca. 2 ½ Stunden nach Kayenta, einem kleineren Städtchen, wo wir eine Weberin von originalen Navajo-Teppichen treffen und einen Flohmarkt besuchen wollten. Zunächst aber waren wir noch kurz auf der Bank und dort trafen wieder Welten aufeinander – ein typisches Bankgebäude mit typischen Bankgeschäften, aber die Angestellten und die Kundschaft waren (außer uns) alles Indianer und neben Englisch wurde selbstverständlich auch Navajo gesprochen. Moderne Welt und First Nations – von Deutschland aus schwer vorstellbar, hier alltägliche Lebensrealität. Wir trafen Louise, die Weberin, die uns Fotos von Ihren Teppichen zeigte und Hetty, Michael und Gerlinde gaben je einen in Auftrag. Ein geniales System: Louise webt diese Teppiche und wenn Astrid das nächste Mal in Navajo County ist (regelmäßig ca. ein halbes Jahr später), holt sie die „Auftragsarbeiten“ ab und verschickt sie von Deutschland aus an die „Besteller“. Funktioniert bestens!

Dann der Besuch des Flohmarktes – war natürlich einmalig! Stände mit Kunsthandwerk, Schmuck, CDs mit indianischer Musik, aber auch Autozubehör, Kitsch und Krempel… Abgeschlossen wurde unser Bummel mit einem Imbiss – Navajo Taco – war gut, aber nicht zu vergleichen mit denen von Sarah… Weiter ging es zum Monument Valley – weltberühmt, was kann man da noch dazu sagen. Aber überwältigend ist es natürlich trotzdem – riesig und weit und grandios. Wieder einmal kamen wir uns ziemlich klein und nicht so bedeutsam vor – angesichts dieser Naturbauwerke! Abschließend noch kurz ein Abstecher ins (rein von Navajo geführte) Visitor Center – und auch hier wieder Begegnung zweier Welten… Lange herbeigefiebert, nun war er da…

Donnerstag, der 5. Mai, der Tag, an dem unsere Packpferdewanderung zur Rainbow-Bridge startete. Das Wetter war schön und so blieb es auch die folgenden Tage. Wir verpackten Zelte und Schlafsäcke und Eric belud die Pferde damit. Einer von Erics Brüdern brachte uns ein Stück des Wegs mit dem Jeep und dann begann die Wanderung, die unserer Urlaubsreise den Namen gab. Als Pfadfinder fungierten Astrid und Michael, was von Gerlinde ehrfurchtsvoll bestaunt wurde, denn sie hätte sich hoffnungslos verlaufen. Wir alle bestaunten die Schönheit der Landschaft – Berge und Felsen in verschiedenen Färbungen von Weiß über Gelb bis Terracotta-Rot , slick- rock-Flächen und die Halbwüste mit ihrer einmaligen Vegetation – Kakteen, Yucca, mormon tea, indian paintbrush, aber auch bekanntes wie Pfefferminze, Sonnenhut, ja sogar Astern !

Am Ende des ersten Tages ein irgendwie unangenehmes Zusammentreffen mit anderen Wanderern, die auch auf dem Campground ihre Zelte aufgeschlagen hatten und nach anfänglichem small talk mit uns sich völlig abschotteten, als wir erzählten, daß wir mit Indianern unterwegs sind…Es waren wohl typische Vertreter des „White-man-Country“ – wie Eric sich auszudrücken pflegte und damit meinte er ein für ihn fremdes Land außerhalb seines Landes. Charlene, Erics Frau, machte Abendbrot, wir anderen machten uns nützlich mit Wasser filtern, Abwasch, Lagerfeuer füttern und nach einem Plausch an ebendiesem Lagerfeuer konnten wir alle höchst erfüllt und ruhig in unseren Zelten schlafen.

Unsere Wanderung dauerte vier Tage, leider haben wir es trotzdem nicht geschafft, die Regenbogenbrücke zu erreichen. Aber es gab ja genug Anderes zu entdecken und zu bestaunen, eigentlich jederzeit – zum Beispiel Wasserläufer, die Schatten wie kleine aliens warfen / Zwiebeln in der Wüste (!) / Beifuß und Salbei – heilige Kräuter / am Abend freigelassene Pferde, die sich am nächsten Morgen von alleine wieder einfanden / Erics Anekdötchen / Frösche, die laut hörbar, aber nie sichtbar waren / Steine, die eine Miniaturausgabe der umliegenden Felsen waren / ein atemberaubender Sternenhimmel / Wildpferde… Und auch noch etwas Aufregung gab`s zu erleben – Michael und Gerlinde hatten sich einmal verlaufen – aber es ging alles gut aus, den Pfadfinderfähigkeiten von Michael sei Dank!

Montag, der 9. Mai, Abreise aus Rainbow-City, Abschied von Eric, Charlene, Sarah, Rose – das war irgendwie unwirklich – hatten wir uns doch richtig eingelebt. Kann man besser schlafen als im Hogan, beschützt vom Navajo Moutain, kann man auf die Streifzüge in die Wildnis verzichten? In unseren Erinnerungen wird ab jetzt immer mal wieder das aufblitzen, was wir in Dine` Bikeyah, dem Land der Navajo, erlebt haben.

Aus der Weltsicht der Navajo stammt folgende Auffassung: Vom Augenblick der Befruchtung an „steht“ in einem Menschen eine „Windseele“, die aus „heiligen Windleuten“ der vier Himmelsrichtungen zusammengesetzt ist und der Mensch ist über diese „Windleute“ zeitlebens mit der Gesamtheit der Naturwelt unauflöslich verknüpft . Die Winde sind im Menschen und sie sind um ihn herum Jeder Atemzug verbindet den Menschen mit der Welt und so „weiß“ die Natur, daß es ihn, diesen einen Menschen, gibt.

Und nun waren wir auch leibhaftig da… Wir sind dankbar für die Begegnungen, Ahe`hee! (Danke!) Von Rainbow-City aus fuhren wir zum Lower Antelope Canyon – einem Schlitz-Canyon. Ein Riß in der Erde, in den man hinabklettern kann und dann einmalige Ansichten genießt. Man folgt einem schmalen Gang, der in Windungen verläuft, rundherum abgeschliffener roter Sandstein – eigentlich ist es unbeschreiblich, man muß es selber besuchen! Weiter ging`s nach Page, wo wir ein paar Einkäufe machten, unter anderem kauften wir einen Kuchen und Sekt für Astrid (denn sie hatte am nächsten Tag Geburtstag). Beim Motel war was mit der Buchung schief gelaufen, so daß wir weiterfuhren, um uns in einem anderen Ort was zum Übernachten zu suchen. Auf dem Weg machten wir noch einmal Station in einem Wandergebiet – „Grand Escalante Staircase“ – sehr karg, viele weiße Felsen (vielleicht Kalkstein?) und Felsen zum Draufherumklettern – schön! Wir haben auch eine Schlange gesehen (die einzige während der gesamten Reise) und Uschi outete sich als Nicht-Freundin von Schlangen. Wir übernachteten in Panguitch, einem Mormonenstädtchen (mit „Erweckungsliteratur“ im Nachtschränkchen, sonst aber keine Bekehrungsversuche). Abends waren wir mal „echt amerikanisch essen“ – in einem Steakhouse. Die Portionen waren auch echt amerikanisch – riesig, nicht zu schaffen. (Astrid, als Kennerin, hatte gleich nur Süppchen bestellt – wie klug).

Der 10. Mai – Astrids Geburtstag. Zum Frühstück gab`s erst mal unseren Geburtstags-kuchen und Glückwünsche. Wir fuhren weiter Richtung Südosten zum Bryce Canyon, das zunächst sonnige Wetter kippte und wir bekamen Schnee! Das sah sehr schön aus, als wir zuerst durch den Red Canyon fuhren – rotbraune, spitze Felsen mit weißen Kappen. Auch der Bryce-Canyon sah sehr schön aus mit Schnee, aber es war auch wirklich sehr kalt, so daß wir auf eine Wanderung verzichten mussten. Es gab nur einen kurzen Foto-Termin am „Fairyland Trail“ – wir, dick eingepackt, im Hintergrund Schneegestöber über den seltsam in sich gedrehten spitzen Felsen des Bryce-Canyon, ein bisschen wie Kleckerburgen aus nassem Sand sahen sie aus.

Aber wir kamen doch noch zu unserer Wanderung – im Zion-Nationalpark, den wir danach ansteuerten. Das Wetter besserte sich, es gab Sonne und Regenschauer, aber wenigstens keinen Schnee mehr.   Der Zion-Nationalpark ist touristisch voll erschlossen, es gibt 3 Millionen Besucher pro Jahr. Also war es auch entsprechend voll dort, ganz anders, als wir es bis hierher gewöhnt waren. Trotz vieler Besucher – eindrucksvoll ist es dort. Ein anderes Klima und entsprechend andere Vegetation, viel Wasser, Tiere, die an viele Menschen gewohnt sind und deshalb gar nicht scheu sind und sich einfach so fotografieren lassen…

Am Abend im Motel in kleiner Geburtstags – Abschluß mit Sekt. Manchem wurde schon wehmütig zumute, denn das Ende unserer Reise näherte sich. Am nächsten Tag ging es zurück nach Las Vegas. Es gab einen Zwischenhalt mit einer kleinen Abschiedswanderung im Gebirge in der Nähe des kleinen Städtchen Hurricane, wo wir übernachtet haben. Noch einmal durch die Halbwüste streifen, durch kleine Schluchten gehen, auf ein paar Felsen kraxeln, Chipmunks beobachten, Kräuter bestimmen, ein bißchen auf steinigen Wegen hüpfen – als Dank für die Schönheit, an der wir teilhaben konnten…

Und dann Las Vegas – ein bißchen war`s erst mal schon eine Art Kulturschock. Wir checkten wieder in unserem „alten“ Motel, dem „Rodeway Inn“ ein und hatten ein bißchen Zeit zum Sachen packen, Ausruhen und Vorbereiten auf unseren letzten Abend. Den verbrachten wir im „Old Town“ in der „Freemont Street“, eine riesige Vergnügungsmeile mit Läden, Casinos, Restaurants, Casinos, Bühnen, Casinos und ziemlich vielen Menschen.   Wir waren essen – in einem Casino mit Restaurant „all you can eat“, wir haben uns im Casino fotografiert (nein, nicht gezockt!), wir haben uns Musik auf den verschiedenen Bühnen angehört und im Motel schließlich noch ein Abschiedsbier miteinander getrunken.   Rückflug am nächsten Tag, auch noch mal sehr abenteuerlich – aber das steht auf einem anderen Blatt. Es war eine unvergeßliche Reise, mit vielen Eindrücken, Erlebnissen, Erfahrungen und – es wird wohl eine Wiederholung geben!  

Gerlinde Georgi, Mai 2011Auf dem Regenbogenpfad 2011

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Zweiter Reisebericht „Im Land des schlafenden Regenbogens“

Sept. 2011

Wir, das sind Peter aus der Schweiz, Ilona aus München, Kai und Christiane aus Hamburg und Astrid unsere Reiseleiterin von „7 Meilen Reisen“ aus Berlin, machten uns auf den Weg in die faszinierende Berg- und Canyonwelt der Navajo-Indianer.

Am 04.09. wurden Peter, Kai und ich von Astrid am Flughafen in Las Vegas abgeholt, denn unsere Flieger kamen fast zeitgleich an. Ilona sollte erst am 06.09. zu uns stoßen.

Also fuhren wir in noch unvollständiger Besetzung nachts gegen 24.00 Uhr ins Hotel und konnten bei einer Fahrt über den Strip gleich einen kurzen Einblick in die schrille Klitzerwelt Las Vegas bekommen.

Am Morgen des ersten Tages trafen wir uns zu unserem ersten gemeinsamen Frühstück. Entgegen meiner Erwartungen schmeckte der Kaffee gut, aber dass es nur „Süßes“ gab, war gewöhnungsbedürftig. Zum Glück hatte Astrid Obst mitgebracht.

So gestärkt starteten wir vier zu unserer ersten Wanderung. Astrid fuhr mit uns zum Red Rock, den wir nun teilweise erkletterten. Dabei hinterließen die roten Sandsteinfelsen in der sagenhaft schönen Natur tolle Eindrücke bei uns. Am späten Nachmittag nach kurzer Verschnaufpause fuhr Astrid mit uns nach Downtown in die Fremont Street. Dort erlebten wir eine Lichtershow der besonderen Art, hörten Musik von den verschiedensten Bühnen, sahen allerlei interessante Menschen und waren erstaunt über die Vielzahl der Spielcasinos.

Am nächsten Tag ging es gut ausgeschlafen in die Bergwelt der Mountain Springs. Hier trafen wir auf weiße Gesteinsformationen. Unser Ziel war eine Gruppe von sehr alten Nadelbäumen (bristlecon tree). Einer davon ist sogar 3000 Jahre alt und beeindruckte sehr durch seine Gestalt. Der Weg, den wir bis dorthin zurücklegten, ging fast nur bergauf und die Luft wurde merklich dünner. Der Rückweg machte sich in unseren Beinen bemerkbar, denn nun mussten wir die Strecke wieder abwärts wandern. Nach dem Abendessen begaben sich Peter, Kai und ich allein auf Entdeckungstour, denn Astrid holte Ilona vom Flughafen ab. Wir lernten sie am nächsten Morgen beim Frühstück kennen und waren nun vollzählig.

Mit dem von Astrid angemieteten Jeep ging es dann zu fünft zum ersten Zwischenstopp auf unserer Reise, dem „Hoover Dam“, einem beeindruckenden Bauwerk. Weiterfahrt mit dem Ziel „Rosie`s Den“. Dort wollte Astrid mit uns essen, wie sie das bei anderen Touren auch tat. Leider war es ein sehr trauriger Moment, denn alles war abgebrannt. Nach einem Augenblick der Stille fuhren wir weiter und kehrten in einer Kneipe an der Route 66 ein, bevor wir dann über Seligman nach Williams weiterfuhren. Im ältesten Hotel Arizonas, im „Grand Canyon Hotel“ bezogen wir unsere Zimmer und verbrachten den restlichen Tag mit Geschäftebummeln, Abendessen und Billardspielen.

Heute nun war Sedona unser Tagesziel. Die Fahrt war kurz, so dass wir Zeit hatten, dieses als Künstler- und Esoterikstädtchen bekannte Fleckchen zu erkunden. Aber etwas Besonderes wollte uns Astrid noch zeigen – eine Felshöhle, die gelegentlich als Zeremonieplatz diente. In vergangenen Reisen nutzte Astrid diese auch als Übernachtungsmöglichkeit. Wir verzichteten darauf, weil es bei den vorherrschenden sehr warmen Temperaturen zu viele „Krabbelkäfer“ gab und so bevorzugten wir die Betten im Hotel in Sedona. Bevor wir diese jedoch ausprobieren konnten, hatte Astrid ihren Freund, den indianischen Flötenspieler Jesse Kalu, eingeladen, der nur für uns ein Konzert mit seinen selbst hergestellten Flöten gab.

Nach dem Frühstück setzten wir am nächsten Morgen unsere Fahrt mit dem Ziel Rainbow City am Fuße des heiligen Berges „Navajo-Mountain“ fort – doch nicht ohne Zwischenstopp. Astrid reichte uns Tücher, mit denen wir uns die Augen verbinden sollten. Peter blieb verschont, denn er kannte schon, was wir nun erblicken sollten. Also führten Astrid und er uns bis zu der Stelle, an der wir die Binden abnehmen durften. Es offenbarte sich uns ein atemberaubender Blick in die Tiefe und Weite des Grand Canyons. Doch der Ausblick sollte noch besser werden. Etwas abseits von den Aussichtspunkten für die Touristen zeigte uns Astrid eine noch viel schönere Stelle. Ohne Absperrung gelangten wir bis an die Felsklippen – einfach grandios.

Wir setzen unsere Fahrt fort und kamen unserem Ziel immer näher. Beim Überfahren der Grenze zur Navajo-Reservation ließ Astrid die Filmmusik von Winnetou abspielen – gute Idee. Nach weiteren Meilen erreichten wir Rainbow City. Dort lebt unsere Gastfamilie.

Zuerst hielten wir beim Haus von Großmutter Rose und lernten einige der Familienmitglieder kennen. Später trafen wir Sara in ihrem Haus, in dem auch ihre älteste Tochter Kori mit ihrem Mann Jerold und den vier Kindern Keili, Kraig, Konnor und Kamron wohnten. Es war ein herzlicher Empfang. Hier sollten wir nun für neun Tage einen Einblick in das Leben der Familie bekommen.

Kori, Saras Tochter, bereitete uns ein schmackhaftes Abendessen zu, während wir nun unser Quartier für die nächsten Tage in Besitz nahmen – einen klassischen Hogan, das traditionelle Wohnhaus der Navajo. Der Rundbau, hergestellt aus Baumstämmen und mit einem Gemisch aus rotem Sand und Wasser bedeckt, ist ein „weiblicher“ Hogan. Er hat keine Fenster, eine nach Osten zur aufgehenden Sonne gerichtete Tür und oben in der Decke befindet sich eine Öffnung, aus der das Rohr des kleinen Ofens herausragt und etwas Tageslicht einfällt. Der Boden besteht aus Lehm, so dass wir nah mit Mutter Erde in Kontakt sind. Bevor wir zum Abendessen gingen, richteten wir unsere Schlafquartiere mit Isomatten und Schlafsäcken ein. Strom und Wasser gab es hier nicht – war auch nicht nötig – denn wir konnten in Saras Haus Bad, Küche und Wohnstube benutzen. Licht spendete eine Petroleumlampe. Für die Nacht hatten wir ein „Außenklo“ ohne Tür, welches aber seinen Zweck erfüllte. Ich glaube behaupten zu können, dass wir trotz der ungewohnten Umgebung die erste Nacht gut geschlafen haben.

Am Morgen hatte Kori bereits das Frühstück für uns fertig. Es gab gebratene, geraspelte Kartoffeln, Eier, Speck, Toast, Obst und Kaffee. So gestärkt starteten wir am 10.09. einen Reitausflug mit Eric, dem Sohn von Rose. Wohl bedacht suchte er für jeden von uns ein passendes Pferd aus und los ging’s zur Hawkeye Arch, einer steinernen Brücke, die versteckt in einer tollen Gesteinslandschaft lag. Erics Frau Charlene überraschte uns mit einem stärkenden, reichhaltigen Picknick.

Später konnten wir den Rückritt antreten. Am Abend waren wir Gäste im Haus von Rose. Eric, Charlene und viele Familienmitglieder freuten sich über unser Kommen und hatten allerlei Köstlichkeiten vorbereitet. Es gab Navajo-Brot überm Feuer gebacken, Folienkartoffeln, Steaks, Salat, Süßspeise und vieles mehr. Das Besondere dieses Abends war, das die kleine Tochter von Eric und Charlene ihren zweiten Geburtstag hatte. Wir sangen ihr ein deutsches, Geschwister und verwandte Kinder ein englisches Geburtstagslied. Ein älterer Junge aus der Familie und ihr Vater  sangen Lieder auf Navajo, wobei die kleinen Augen regelrecht zu leuchten begannen. Es war für mich ein sehr bewegender Moment. Zum Anlass des Geburtstages gab es dann noch Torte, so dass wir mit „übervollem“ Magen zum Hogan gingen. Dort angekommen, verbrachten wir den Rest des Abends am Lagerfeuer.

Am Vormittag des nächsten Tages kamen wir in den Genuss einer Schwitzhüttenzeremonie mit Eric und Charlene. Eric hatte den Platz schon vorbereitet und die ersten heißen Steine lagen in der aus geflochtenen Ästen und mit Decken abgedeckten Hütte. Das traditionelle Reinigungsritual wurde von Eric geleitet, wobei er mal auf Navajo, mal auf Englisch sprach und sang. Die vier Runden, deren Bedeutung uns Eric erklärte, hinterließen bei uns einen tiefen Eindruck. Der restliche Tag diente der ruhigen Reflexion.

Tags drauf führte uns eine Wanderung per Jeep und zu Fuß zu einem riesigen, freistehenden Felsen mit Petroglyphen der Anasazi-Indianer. Auch am darauffolgenden Tag sollten wir das Landesinnere kennen lernen. Wir erkundeten ein Teilstück des Rainbow-Trails und picknickten an einer Wasserstelle. Nach einem weiteren Stück Fußweg sahen wir einen großen roten Felsen, der den Indianern vor vielen Jahren als Behausung diente. Ilona, Kai und Astrid erklimmten diesen gigantischen Felsen.

Am nächsten Morgen fuhren wir zum Monument Valley, der bekannten Kulisse aus vielen Western. Auf der Hinfahrt besuchten wir einen Indianerflohmarkt in Kayenta. Heimwärts machten wir einen Abstecher zum Tsegi Canyon, wo eine verlassene Anasazi-Siedlung zu sehen war. Ein Regenbogen über den großen Felsen verzauberte diesen Anblick.

An diesem Nachmittag regnete es heftig und auch in der Nacht hielt der Regen an, so dass es im Hogan nass wurde. Auch am Morgen war noch keine Besserung in Sicht und wir beschlossen, den Tag ohne Wanderung zu verbringen. Wir hatten Gelegenheit mit Sara und Kori ins Gespräch zu kommen, Wäsche zu waschen, zu lesen, die Gegend genauer zu erkunden oder den durch den Regen beschädigten Hogan zu reparieren. Dafür war Kai genau der Richtige. Die abgespülte Erde befestigte er wieder, wobei Peter ihm half.  Er nutze die Zeit auch dafür, an den Hogan Türgriff und Verriegelung zu schnitzen und anzubringen.

Am Nachmittag gingen wir mit Astrid zu Schule, die sich im Dorf befand, ein großer moderner Bau. In der Turnhalle trafen wir auf Schüler, die Volleyball spielten und sahen eine Weile zu. Abends trafen wir Buck Navajo, einen der letzten praktizierenden Medizinmänner und ein vielbeschäftigter Mann. Kori begleitete uns, um die Worte von Navajo ins Englische zu übersetzen. Wir erfahren viel über seine Denk- und Arbeitsweise als Medizinmann und können dabei sein, wie er für Ilona eine kleine Zeremonie mit Gesängen hält. Als Dank überreichten wir ihm den mitgebrachten Tabak. Den Tag lassen wir am Lagerfeuer vorm Hogan ausklingen.

Heute wollen wir den Navajo Mountain besteigen. Bis zur heiligen Quelle, die sich auf ca. 2800 m Höhe befindet, haben wir es geschafft. Nach einer Stärkung traten wir den Rückweg an, der uns nun steil bergab führte.

Da wir am anderen Morgen Navajo Mountain verlassen müssen, verabschiedeten wir uns am Abend von unseren liebgewonnenen Gastgebern mit kleinen Geschenken aus Deutschland.

Es ist Samstag und wir frühstücken ein letztes Mal bei Sara und packen dann unsere Sachen zusammen. Heute geht’s auf nach Page.

Doch zuerst stoppt Astrid noch einmal und führt uns auf die Lost Mesa, wo sich Reste einer Anasazi-Siedlung befinden. Bei genauem Hinsehen findet man bemalte Tonscherben aus dieser Zeit. Astrid nutzte die Gelegenheit für ein „Dankesritual“. Wir ließen die Eindrücke und das Erlebte Revue passieren und verabschiedeten uns nun endgültig von Navajo-Moutain.

In Page angekommen, bezogen wir für die nächsten zwei Tage ein Appartment. Nachmittags bestaunten wir am Horeshoe Bend die 360 ° Schlaufe des Colorado. Abends wurde gegrillt und es gab das erste Bierchen zu trinken, denn in der Reservation war striktes Alkoholverbot.

Wir haben vor, den nächsten Tag eine Bootstour zur  Rainbow-Brigde, einem Heiligtum der Navajo-Indianer, zu unternehmen.  Es ist eine der größten Natursteinbrücken der Welt und einfach überwältigend.

Dann die Überraschung für den freien Nachmittag: Dail, der Motelbesitzer, lud uns zu einer Bootstour mit seinem Boot ein. Er zeigte uns besonders schöne Stellen des Lake Powell und wer Lust hatte, konnte baden.

Ausflugsziel des darauffolgenden Tages war der Antelope Canyon. Er beginnt mit einem nicht mal 1 m breiten Schlitz und führt dann tief in sein Inneres. Die Navajos nennen ihn „Hasdeztwazi“ – spiralförmige Felsbögen. Es zeigt sich uns eine farbenprächtige Wunderwelt. Durch das reflektierende Sonnenlicht erstrahlen die hohen, dunklen Sandsteinwände in Blau, Violett und in Orange-, Gelb- und Rottönen.

Unsere Fahrt ging weiter nach Panguitch. Wir hielten unterwegs und machten eine kurze Wanderung zum Sandstone. In Panguitch angekommen ließen wir uns das Abendbrot in einer Pizzeria schmecken.

Auf dem Programm des folgenden Tages stand die Fahrt zum Bryce Canyon. Wir erkundeten ihn zu Fuß und sahen farbenfrohe, erosionsbedingte Felsformationen in warmen Rot-, Ocker- und Beigetönen, haushohe bizarre Steinsäulen, Zinnen und Türmchen verschiedenfarbiger Sandsteinschichten und alles erinnerte mich an „Kleckerburgen“, die man am Strand bauen kann – nur viel, viel größer.

Zurück in Panguitch hatten wir Zeit zum Bummeln, Eisessen oder einfach zum Entspannen. Abends kehrten wir im Steakhouse ein und wurden bei einem schmackhaften Essen von Livemusik begleitet.

Leider ging nun unsere Reise langsam zu Ende. Wir fuhren durch den Zion Nationalpark weiter nach Hurricane. Im Zion NP teilte sich unsere Gruppe auf. Astrid und Ilona bestiegen Angels Landing. Wir anderen drei wählten eine leichtere, aber sehr schöne Route mit Wasserfällen, entlang des Virgin River. Am späten Nachmittag kamen wir in Hurricane, einer kleinen Mormonenstadt an und nutzen die Zeit für ein Bad im Hotelpool.

Der letzte gemeinsame Tag mit der liebgewonnenen Gruppe führte uns zurück nach Las Vegas. Astrid wählte einen anderen Weg als die langweilige Autobahn und stoppte dann am Valley of Fire. Hier sahen wir noch einmal eine tolle Landschaft mit verschiedenfarbigen Felsen, die teilweise an das Lodern von Flammen erinnerten. Ein letztes Picknick und dann ab nach Las Vegas in das Hotel, in dem unsere Reise begann. Kurze Verschnaufpause bevor es nochmals zur Fremont Street geht –  zum Abschlussessen „All you can eat“. Dann machten wir eine letzte Fahrt den Strip rauf und runter. Es wimmelte nur so von unternehmungslustigen Menschenmassen in mitten von tausenden Lichteffekten.

Dann kam der Moment des Abschiednehmens. Wir flogen zurück in die Heimat. Astrid blieb und freute sich auf die nächste Gruppe, die bald eintreffen würde.

Es waren erlebnisreiche Tage, an die ich gern zurückdenken werde. ChristianeReisebericht Auf dem Regenbogenpfad Sep.11

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Dritter Reisebericht “Im Land des schlafenden Regenbogens”

1.Tag – 27.9.2011

Um 4:30 Früh ging es los. Über Wien, Frankfurt und Philadelphia landeten wir nach 25 Stunden um 21:26 Ortszeit in Las Vegas wo uns Astrid herzlich in Empfang nahm und uns in ein nettes Motel in der Nähe des Strips brachte. Nach einem kleinen Spaziergang fielen wir todmüde ins Bett.

2.Tag Unser erster Tag in Amerika. Beim Frühstück lernten wir unsere Weggefährten für die nächsten 15 Tage, Heike, Tessi und Conni kennen. Eine lustige Truppe mit der wir noch viel Spaß haben sollten. Dann ging es, in einem luxuriösen SUV los. Unsere erste Etappe führte uns über Boulder City zum Hoover Staudamm. Ein beeindruckendes Bauwerk bei dem uns zum ersten Mal die Dimensionen dieses Landes bewusst wurde.

Nach der Besichtigung fuhren wir über Kingman die alte Route 66, die „Mutter aller Straßen“ entlang, durch nostalgische Orte nach Seligman wo wir in einem typischen amerikanischen Diner Halt machten. Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter nach Williams, einer Westernstadt an der Route 66, wo der wilde Westen noch gelebt wird. Mächtige Pickups und Männer mit Stetsons dominieren das Straßenbild. Wir beziehen unser Zimmer im ältesten Hotel in Arizona, dem Grand Canyon Hotel das voller Geschichten aus der Gründerzeit ist.

Nach einem Abendessen mit Chili, Bud und Live Musik gingen wir zufrieden ins Bett.

3.Tag Nach dem Frühstück fuhren wir über Flaggstaff nach Sedona. Zum ersten Mal konnten wir die überwältigende Landschaft der Red Rocks bewundern. In Sedona, der Hochburg der Esoteriker gingen wir, nach einem ausgedehnten Stadtbummel, für den Abend einkaufen und bereiteten uns langsam auf unser erstes großes Abenteuer vor. Nach einer einstündigen Fahrt durch unwegsames Gelände waren wir am Ziel angekommen.

Wir packten unsere Rücksäcke und machten uns auf den Weg zu einer Felsenhöhle, wo wir unsere Nacht verbringen werden. Nach einer abenteuerlichen Wanderung erreichten wir unsere Unterkunft und bereiteten uns auf die Nacht vor.

Ein wunderbarer Ausblick und ein traumhafter Sonnenuntergang belohnte uns für den Aufstieg. Steaks mit Gemüse, am Lagerfeuer von unserer Astrid köstlich zubereitet, waren der Höhepunkt eines, fast schon kitschig wirkenden Ambientes. Immer noch verzaubert rollten wir uns in unsere Schlafsäcke ein.

4.Tag Nach einer kurzen Nacht, begleitet von dem Heulen der Kojoten und unzähligen Fledermäusen in der Morgendämmerung wurden wir von einem überwältigendem Sonnenaufgang begrüßt. Blutrot färbten sich die umliegenden Felsformationen aus rotem Kalkstein. Mit einer Rauchzeremonie stimmte uns Astrid auf die kommenden Tage ein. Ein bewegender Moment in dem wir zum ersten Mal auch die spirituelle Seite unserer Reise erleben durften.

Wir packten unsere Sachen, stiegen den Felsen hinab und fuhren weiter zum Grand Canyon, einem weiteren Höhepunkt unserer Reise. Am Visitor Center angekommen war es nur ein kleiner Spaziergang zu einem der beeindruckendsten Ausblicke der USA, dem Grand Canyon. Fast unwirklich wirkt dieser gigantische Canyon in dem sich, in 1500m Tiefe der Colorado River seinen Weg durch die Felsen bahnt.

Immer noch sprachlos über dieses gigantische Bauwerk der Natur fuhren wir weiter, über Tuba City zu unserem Ziel, Rainbow City am Fuße des 3.100m hohen heiligen Berg der Navajos dem Navajo Mountain. Die Familie von Sara, bei der wir die nächsten 9 Tage zu Gast sein durften, begrüßte uns herzlich. Nach einem wunderbaren Abendessen bezogen wir zum ersten Mal unseren Hogan, eine traditionelle Lehmhütte der Navajo, die für die nächsten Tage unser Zuhause war. Trotz der Müdigkeit fiel es uns schwer einzuschlafen. Zu intensiv waren die Eindrücke der ersten Tage.

5.Tag Wieder begann der Tag mit einem beeindruckenden Sonnenaufgang und einem noch beeindruckenderen Frühstück, das uns Didi, die Tochter von Sara, zubereitete. Derart gestärkt gingen wir dem nächsten Abenteuer entgegen, einem Ausritt in einen wunderschönen Canyon. Eric, unser Guide, führte uns auf seinen Mustangs über Ebenen, Dünen und Schluchten zu einer Raststelle, wo seine Frau bereits mit dem Essen wartete. Selbst als Anfänger fühlte man sich auf dem Rücken eines Mustangs in dieser traumhaften Landschaft als echter Cowboy.

Vor dem Picknick wanderten wir noch zur Hawk-Eye-Arch, eine Felsformation in der Form eines riesigen Auges. Wir bestiegen diesen Felsen und hatten einen wunderbaren Ausblick auf das gesamte Plateau. Nach der Stärkung ging es auf unseren Pferden wieder zurück.

Beim Abendessen erzählte uns Eric und seine Frau Charlene die Geschichte und Kultur ihres Volkes. Wir erfuhren viel über das Leben der Navajos einst und jetzt, deren Spiritualität aber auch deren Probleme, die das Leben in zwei Welten, die der Navajos und die der Weißen, mit sich bringt.

6.Tag Das nächste Highlight wartete auf uns. Wir durften mit Eric und Charlene an einer traditionellen Schwitzhüttenzeremonie teilnehmen. In einem eigens gebauten Hogan wurden uns in 4 Szenen, rund um glühend heißen Steinen sitzend, die ganze Spiritualität der Navajo Indianer bewusst gemacht. Gespannt hörten wir Eric bei seinen Gesprächen und Gesängen zu und genossen diese Zeremonie in vollen Zügen.

Am Nachmittag fuhren wir mit Conny ins Krankenhaus nach Page, um sie von ihren unerträglichen Rückenschmerzen zu befreien. Bestens gelaunt kehrten wir zu unserem Hogan zurück.

7.Tag Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir zu unserer ersten Wanderung, in den Paiute-Canyon. Ein abenteuerlicher Marsch mit Flussüberquerungen und Kletterpartien führte uns zu einem Ausläufer des Lake Powell. Am Fuße des News-Paper-Rock, einem riesigen Felsblock, auf dem uralte Felsenzeichnungen der Anasazi Indianer zu sehen sind, machten wir Rast. Nach einer Stärkung ging es über Klippen und Abhänge zurück zum Ausgangspunkt. Am Abend feierten wir, bei einem Lagerfeuer vor unserem Hogan, die Wiedergenesung unserer Conny und gingen müde und zufrieden ins Bett.

8.Tag Wieder stand eine beeindruckende Wanderung auf dem Programm. Auf dem Rainbow Trail, entlang des Navajo Mountain wanderten wir zu einer alten Schwitzhütte im Fork-Canyon. An einem kleinen Teich machten wir Rast. Nach einem Picknick machten wir uns auf den Rückweg durch die herrliche Landschaft am Fuße des heiligen Berges.

9.Tag Nach dem Frühstück fuhren wir zu einem Flohmarkt der Navajos in Kayenta. Stände mit Gewürzen, Kräutern, Tees und traditionellen Speisen der Navajos prägten das Bild. Wir machten einige Einkäufe und fuhren weiter in eines der bekanntesten Gebiete der Welt, dem Monument Valley Nationalpark.

In einer 2-stündigen Rundfahrt durch das Tal bestaunten wir die einzigartigen Felsformationen mit ihren vielen Gesichtern und Geschichten. Auf der Rückfahrt besichtigten wir noch eine uralte Höhlenstadt der Anasazi Indianer im Betatakin-Canyon.

Zurück in Rainbow City begann es zu regnen und eine etwas stürmische Nacht im Hogan stand uns bevor.

10.Tag Wieder ein herrlicher Sonnenaufgang, allerdings bei 7 Grad. Am Navajo Mountain lag Schnee. Der Tag stand uns zur freien Verfügung. Bei einem ausgedehnten Spaziergang ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren und versuchten das Gesehene zu verarbeiten.

11.Tag Es schien wieder die Sonne und wir wanderten in den Cha-Canyon. Sara war unser Guide und führte uns über einen schmalen Trail tief in die Schlucht. Nach einer Stärkung ging es über Felsen und Geröll wieder steil bergauf. Auf dem Rückweg machten wir Halt und blickten auf ein kleines Tal hinunter, in dem man den Hogan erkennen konnte, in welchem Sara Ihre Kindheit verbracht hatte.

Sie erzählte uns von ihrem Leben in dieser Abgeschiedenheit und ihrer Jugend, die sie in dieser wunderbaren Landschaft verbracht hatte. Immer noch verzaubert von den Bildern der Vergangenheit wanderten wir zurück.

Am Abend durften wir, dank Sara, einem Fest in der örtlichen Navajo Grundschule beiwohnen. Kinder traten in traditioneller Kleidung der Navajos auf, tanzten, sangen und wählten die Miss Naatsis`Aan. Ein unerwartetes und einmaliges Erlebnis.

12.Tag Unser letzter Tag im Land der Navajos. Als Höhepunkt der Reise wollten wir den 3.100m hohen Navajo Mountain besteigen. Sara begleitete uns wieder. Auf ca. 500 Höhenmeter, der halben Strecke, liegt War God Spring, die heilige Quelle der Navajos. Ein mystischer Ort an dem Sara ein Gebet sprach. Ein sehr emotionaler Augenblick für uns alle. Es lag Schnee, wir konnten nicht weiter wandern und traten immer noch bewegt von Saras Worten den Rückweg an.

Nach einer kleinen Pause fuhren wir zu einem Tafelberg, dem Lost Mesa auf dessen Plateau wir eine 1000 Jahre alte Anasazi Siedlung besichtigten. Wir begaben uns auf eine Zeitreise in die Vergangenheit und bestaunten die Ruinen des einst so  mächtigen Volkes.

Nach dem Abendessen hatten wir die Gelegenheit einen der letzten Medizinmänner der Navajos, Buck Navajo, zu besuchen. Er begrüßte uns in seinem Hogan herzlich und beantwortete geduldig all unsere Fragen, die Sara vom Englischen in die Navajo Sprache übersetzte. Ein beeindruckender Mann dessen Ausstrahlung uns nur erahnen ließ, welche Bedeutung er für sein Volk hat.

Im Hogan lagen wir noch lange wach und versuchten das Gehörte zu verstehen.

13.Tag Es hieß Abschied nehmen. 9 Tage lang durften wir Teil einer wunderbaren Familie sein, die uns jeden Tag aufs Neue zeigte wie zufrieden man mit den einfachsten Dingen im Leben sein kann, wie glücklich die Kinder in dieser wunderschönen Landschaft aufwachsen und wie man trotz vieler Probleme seiner Kultur treu bleibt.

Mit Dankbarkeit und Wehmut machten wir uns auf die Weiterfahrt nach Page.

Wir besuchten den Antilope Canyon. Dieser weltberühmte Schlitzcanyon ist durch seine Farbenpracht in der einfallenden Mittagssonne bekannt. Unsere Fahrt führte uns weiter zum Horseshoe-Bend, einer Schleife des Colorado River in Form eines Hufeisens. Nach einer Rast und einer kleinen Stärkung fuhren wir nach Page, wo wir unser Motel bezogen.

Abendessen in einem wunderbaren mexikanischem Lokal, wo wir uns nach 11 Tagen wieder ein Corona gönnten. Astrid entführte uns noch in eine typische Country Bar mit Livemusik, wo Astrid, Tessie und Heike sich als Linedance-Spezialisten entpuppten.

14.Tag Nach dem Frühstück fuhren wir in den Zion Nationalpark. Mit einer wunderschönen Wanderung durch das einmalige Waldgebiet entlang des Virgin Rivers verbrachten wir den Rest des Tages. Am Abend fuhren wir weiter nach Hurricane, einer kleinen Mormonenstadt, in der wir übernächtigten.

15.Tag Der letzte Tag der Reise führte uns in den Dixi National Forrest. Am Oak Grove verabschiedete sich Astrid mit einer Rauchzeremonie von uns. Noch einmal ließen wir die Höhepunkte der Reise Revue passieren und verabschiedeten uns mit Tränen von diesem wunderbaren Land.

Auf der Fahrt nach Las Vegas hielten wir noch im Valley of Fire State Park, wo wir ein letztes Mal in den Red Rocks eine kurze Wanderung unternahmen. Danach ging es weiter in eine andere Welt – Las Vegas.

Das letzte gemeinsame Abendessen in einem der berühmtesten „All you can eat“ Lokale in der Fremont Street war so außergewöhnlich wie die Stadt selbst.

Nach dem Essen ließen wir uns noch durch das bunte Treiben in der Fremont Street faszinieren und nahmen endgültig Abschied. Meine Frau und ich spazierten noch den Strip entlang bevor uns das Taxi zum Flughafen führte, wo wir unsere Heimreise antraten.

Vor 16 Tagen begann unsere Reise in eine andere Welt. Viele Fragen haben uns im Vorfeld beschäftigt: Wie wird Amerika sein, wie die Indianerfamilie, wie wird das Leben im Hogan als Outdoor-Unerfahrene, wie verstehen wir uns mit den deutschen Mitreisenden usw.

16 Tage später konnten wir sagen, wir waren in einem wunderschönen Land mit vielen netten Menschen zu Gast, durften am Leben einer außergewöhnlichen Familie teilnehmen, haben uns in der Gruppe sehr wohl gefühlt und viele lustige Momente erlebt. Mit Astrid erlebten wir eine Reiseleiterin, die mit jeder Faser ihres Körpers das Land und seine Menschen liebt und uns diese Begeisterung auch vermittelt hat. Uns bleibt nur mehr Danke zu sagen für die außergewöhnlichen Momente, die uns lange in Erinnerung bleiben werden.

Beatrix und Christian SteinkoglerReisebeschreibung Im Land des schlafenden Regenbogens Okt.11

Pottendorf / ÖsterreichReisebericht  Im Land des schlafenden Regenbogens Okt.11

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