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Reisebricht der USA-Reise vom 06.04. - 16.05.2010

Zu den Navajos mit 7 Meilen Erlebnisreisen Reisen mit Astrid Bender:

Am 6.4. um 2.00 Uhr in der Nacht war es endlich soweit. Unser Sohn Clemens brachte uns zum Flughafen nach München, von wo wir via NEW YORK nach LAS VEGAS abhoben. Das Übergewicht beim Gepäck ließ sich mit Umpacken in den Rucksack und etwas Verständnis des Personals lösen. Allerdings sollten uns eben diese paar Kilogramm bis zur Aufgabe beim Rückflug noch oft beschäftigen, weil wir ja die Absicht hatten, zumindest ein paar Souvenirs mit nach Hause zu bringen. Nach 26 Stunden endlich in LASD VEFAS angekommen, wurden wir schnell von Astrid Bender, unserer Reiseleiterin für die ersten 14 Tage, entdeckt und in die ECONO-Lodge gebracht, wo wir die anderen 5 Teilnehmer kennenlernen durften.

Am Morgen (7.4.) ging es dann in einem bequemen Kleinbus über den Hoover-Damm auf die Route 66 bis WILLIAMS, wo wir in einem alten, sehr liebevoll eingerichteten Motel übernachteten. Auf diesem Hochplateau (ca. 2500m) bekamen wir den ersten Vorgeschmack, dass es bei dieser Reise gelegentlich auch sehr kalt werden könnte.

Der nächste Tag (8.4.) brachte uns in tiefere und damit wärmere Gefilde nach SEDONA, einer Künstler- und Esoterikstadt, die in den frühen 70-igern von Hippies entdeckt wurde. Ich hatte mich schon bei der Reiseplanung über die dortige Energie kundig gemacht und war hocherfreut, dass wir in SHAMANS CAVE (http://www.earth-keeper.com/german_ShamansDome.htm) eine Nacht verbringen würden. Diese Höhle diente Schamanen seit Jahrtausenden als Zeremonienplatz, um Mutter Erde zu ehren. Es ist deshalb auch nicht erstaunlich, dass auf zwei unserer Fotos ORBS zu erkennen sind. Das von den Teilnehmern zubereitete Mahl war ein Genuss, das dazu benötigte Feuer unterstrich die Stimmung zudem beachtlich.
Mit einem Flötenspieler besuchten wir noch VIRGIN CAVE und MOTHER WOMB CAVE und lauschten dort wunderbaren Klängen in einer beeindruckenden Landschaft.

Bevor wir Sedona am 9.4. verließen, besuchten wir noch eine ausgewanderte Deutsche, die uns liebevoll bewirtete. Vorbei an FLAGSTAFF und am San Francisco Peak, einem der 4 heiligen Berge der Navajos, wo der Schnee noch bis zur Straße herunterreichte, ging es zum Grand Canyon. Dort angekommen, ließen wir uns von Astrid die Augen verbinden und zum Canyonrand führen. Von der Binde befreit, wirkte der Blick in die Tiefe der außergewöhnlichen Schlucht atemberaubend mächtig. Spätabends nach langer Fahrt überquerten wir die Grenze von Arizona zum Mormonenstaat Utah, was vor allem am Zustand der Straße erkenntlich war, die ab hier in einem schlechten Zustand war, führte sie doch "nur" zu einer Indianersiedlung, nämlich RAINBOW VILLAGE, wo unsere Gastfamilie lebt. Nach einer kurzen Begrüßung zogen wir uns in den für uns reservierten Hogan zurück, um todmüde im Schlafsack zu versinken. Dieser original den alten Navajo-Behausungen mit verkrüppelten Baumstämmen nachgebaute Rundbau mit genau vorgegebener Konstruktion wird außen mit einem Gemisch aus rotem Sand und Wasser verkleidet und ist in der Umgebung kaum wahrnehmbar, da er keine Fenster hat und nur durch die gegen Osten gerichtete Tür betreten werden kann. Am höchsten Punkt der Dachkuppel befindet sich ein Loch mit ca. 50cm Durchmesser, durch das das Ofenrohr den Rauch entlässt. Es ist also eine sehr einfache Unterkunft, doch man ist Mutter Natur sehr nahe. Bis zum 18.4. war das also unser Zuhause, von wo aus wir viele wunderbare Wanderungen und Ausflüge im Navajo-Reservat machten. Wir durften bei Sarah und ihrer großen Familie Wohnzimmer, Küche und Bad benutzen und bekamen so einen guten Eindruck, wie diese Indianerfamilie lebte. Sehr beeindruckend waren der liebevolle Umgang untereinander und vor allem mit den Kindern, sowie die gelebte Balance zwischen traditioneller Navajo-Kultur und moderner, weißer Lebensart.

Am 10.4. startete bereits ein Reitausflug mit der Familie von Eric, einem Bruder von Sarah, zum HAWKEYE ARCH mit Picknick im Surprise Valley. Am Rückweg besuchten wir die Schafherde von Rose (=Erics und Sarahs Mutter), die gerade in einem Pferch zum Scheren eingesperrt war. Der Besuch bei einem Silberschmied rundete den Tag ab.

Am 11.4. kamen wir nach einem Kurzausflug zum PIUTE CANYON in den Genuss einer Schwitzhütte mit Eric und seiner Frau Charlene.

Den ganzen 12.4. weht ein Sandsturm und bläst durch alle Ritzen Sand in den Hogan, weshalb wir es vorziehen, uns im Haus von Sarah aufzuhalten. Eine Wanderung auf der windabgewandten Seite des NAVAJO MOUNTAIN ist trotzdem möglich. Der Sturm lässt schon eine Wetteränderung erahnen.

In der Nacht zum 13.4. schneit es in großen Flocken und am Morgen liegt Schnee und Eis auf dem Auto. Es ist zwar kalt aber Gott sei Dank beinahe windstill, womit die geplante Wanderung auf dem Rainbow Trail möglich ist. Wir besuchen einen alten Schwitzhüttenplatz an einem kleinen Bach mit uralten, riesigen Cottonwood-Bäumen und eine Höhle, die von den Anasazi-Indianern benutzt wurde. Am Abend macht uns Sarah Navajo-Tacos, die uns wunderbar schmecken.

Am 14.4. machen wir einen Ausflug in das MONUMENT VALLEY. Auf der Hinfahrt besuchen wir den Indianermarkt in Kayenta und treffen eine Teppichweberin, die auf der Black Mesa wohnt. Eine Tochter von Sarah zeigt uns das View-Hotel am Eingang ins Monument Valley, wo sie arbeitet. Die Runde durch diese beeindruckende Landschaft lässt den Fotoauslöser nicht mehr zur Ruhe kommen und der mitgenommene Reserveakku kommt zum Einsatz. Am Rückweg noch ein Besuch im Tsegi Canyon, wo eine verlassene Anasazi-Siedlung ist. Da es bereits dämmert, sehen wir allerdings nicht allzu viel davon.

Am 15.4. starteten wir einen Versuch den ca. 3200m hohen Navajo Mountain zu ersteigen, doch kamen wir nur bis auf ca. 2800m, wo sich eine heilige Quelle befindet, dann war der Schnee so tief, dass an ein Weitergehen nicht mehr zu denken war. Am Abend war Geschenkübergabe an unsere Gastfamilie, was viel Freude machte. Urgroßmutter Rose kam trotz Lungenentzündung zur Übergabe einer Geburtstagstorte und freute sich über eine selbstgebackene Schwarzwälder Kirschtorte. Noch etwas später war Besuch beim Ururgroßvater Buck (Roses Vater) und seiner Frau angesagt. Er ist einer der letzten praktizierenden Medizinmänner in dieser Gegend und deshalb ein vielbeschäftigter Mann trotz seiner fast 90 Jahre. Unsere Geschenke (Kristalle, Federn, Tabak,..) nahm er mit Freude an. Zwei unserer Frauen "behandelte" er mit einem Gesang (Chant). Sarah mußte übersetzen, da Buck so wie Rose nur die Navajosprache spricht. Der Humor der beiden alten Leute steckte uns alle an und es wurde viel gelacht.

Der 16.4. führt uns zuerst auf die LOST MESA, wo Reste einer Anasazi-Siedlung sind und wir sogar alte Tonscherben finden konnten. Jeder suchte sich ein stilles Plätzchen, um über die vergangenen Tage zu reflektieren.und die wichtigsten Eindrücke zu Papier zu bringen. Anschließend fuhren wir in den Piute Canyon, um auch dort eine sehr interessante Wanderung zu einem Petroglyphenstein zu machen. Am Rückweg erwartete uns die Familie von Sarah schon zu einer Grillparty, die wir sehr genossen.

Den letzten vollen Tag im Navajoland (17.4.) nützten wir für eine Wanderung in den CHA CANYON (=Biberschlucht), wo wir bis zum Rückstau des Staudamms kamen.
Es gab wieder etliche Petroglyphen zu bestaunen und zwei Wildpferde ließen uns erstaunlich nahe an sich heran. Die Fahrt dorthin war wie fast alle unsere Ausflüge mit dem Leihbus sehr abenteuerlich, aber Astrid meisterte jede Schwierigkeit mit bewundernswerter Ruhe und Gelassenheit.

Der Abschied von Rainbow Village und unserer Gastfamilie erfolgte am 18.4. am späten Vormittag. Das Tagesziel war PAGE, wo jeder ein bisschen Zeit für sich hatte.
Das Abendessen, das uns die Frauen bereiteten, war ein Hochgenuss, nicht nur aber auch deshalb, weil wir unser erstes Bier seit 14 Tagen tranken. Im Indianerland ist absolutes Alkoholverbot, weshalb wir schon etwas im Defizit waren. Sabine ließ sich ihre verletzte und entzündete Hand im Krankenhaus behandeln und bezahlte dafür über 600 $.

Die erste Nacht im Bett seit Williams dürfte von allen wohlwollend genossen worden sein.

Am folgenden Tag (19.4.) besuchten wir zuerst den HORSESHOE BEND ( fast 360°- Schlaufe des Colorado), danach den schönsten aller Slot-Canyons. Der ANTILOPE CANYON beginnt in einem nicht einmal 1m breiten Schlitz in ebener Landschaft und führt uns in ein Märchenland von Gelb-, Orange- und Rottönen, die dadurch entstehen, dass das Wasser ganz weiche Formen aus den verschiedenen Sandsteinschichten herausgeschliffen hat, die vom knapp einfallenden Licht zum Leuchten gebracht werden. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn irgendwo im Einzugsgebiet ein Gewitter niedergeht, da so gut wie keine Ausstiegsmöglichkeit gegeben ist.

Danach fahren wir weiter zum Zion Nationalpark und besteigen ANGELS LANDING, was für einige Teilnehmer zur Mutprobe wird, da der Weg dorthin teilweise die Schwierigkeit eines Klettersteigs hat. Die Aussicht ins Tal des Virgin Rivers ist dafür die Anstrengung mehr als wert. Spät am Abend kommen wir endlich im Mormonenstädtchen HURRICANE an, wo wir in einem komfortablen Motel übernachten.

Der letzte gemeinsame Tag (20.4.) mit der liebgewonnenen Gruppe von 7-Meilen-Reisen von Astrid führte uns zurück nach Las Vegas, wo jeder für sich den Strip erkundete, um die Atmosphäre dieser verrückten Stadt auf sich wirken zu lassen. Am Abend führte uns Astrid noch in die Fremont Street, wo es von Leuten nur so wimmelte und eine beeindruckende Lichtershow unter der überdachten Strasse aufgeführt wurde. Die begleitende Musik aus den Flower-Power-Jahren und dem legendären Woodstock begeisterte das Publikum zu Recht. Das Abendessen (all you can eat für ca. 18 $/Person) nahmen wir im "Hinterzimmer" einer Spielhölle ein und merkten uns gut, wie wir dorthin kamen, denn das muss man erst finden. Nach der Rückkehr in die ECONO LODGE hieß es von einigen Teilnehmern Abschied nehmen, da diese sehr früh am Morgen ihren Rückflug gebucht hatten. Allerdings war nicht sicher, ob sie auch tatsächlich würden nach Europa kommen, da durch einen Vulkanausbruch in Island der transatlantische Flugverkehr schon seit Tagen so gut wie zusammengebrochen war. Wie wir später erfuhren, hatten alle Glück und kamen wie geplant nach Hause.

Helmut Friedle

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